Bürger plädierten für eine Schallschutzwand
Unkeler Zeitung Nr. 16 vom 19. April 2001

Bahn unterstützt mit einem
100-Millionen-Mark-Projekt
Lärmschutzmaßnahmen

 

Die Herrlichkeit Erpel ist wie etliche Gemeinden im Rheintal auch vom lästigen Lärm der Personen- und Frachtzüge der Deutschen Bahn AG stark betroffen, zumal täglich Hunderte von Zügen durch das Tal ziehen, und die Gleise oft sehr nahe an Wohngebiete heranreichen. Die Deutsche Bahn AG hat nun mit einem 100-Millionen-Investitionsprogramm in einem ersten Schritt vorgesehen, betroffene Bürger, die ihre Häuser und Wohnungen in unmittelbarer Nähe der Bahnstrecke haben, bei Lärmschutzmaßnahmen mit gewissen Auflagen finanziell zu unterstützen. Hierzu steht bis zum Jahr 2002 vorerst eine Summe von 100 Millionen Mark zur Verfügung. Unterschieden wird dabei nach passiven Lärmschutzmaßnahmen, wie beispielsweise bei einem Fenstereinbau, die den Schall reduzieren, und den aktiven Schallschutzmaßnahmen, beispielsweise Lärmschutzwände in unterschiedlicher Ausführung. Um den Erpeler Bürgern nähere Informationen für einen möglichen Schallschutz zu geben, hatte der Ortsbürgermeister Edgar Neustein zu einem Informationsabend mit Diskussion in den Bürgersaal der Heisterer Straße eingeladen. Referent und auch Ansprechpartner für das von der Deutschen Bahn AG geförderte Projekt war Dipl-Ing. Lutz Wellner, verantwortlicher Projektleiter des Ingenieurbüros Hamann Consult AG Köln, das im Auftrag der Deutschen Bahn AG für Messungen und Fragen des Schallschutzes für Bewohner im Bereich der Bahn zuständig ist. Dazu führen Mitarbeiter des Inginieurbüros auf Anfrage auch Messungen in betroffenen Häusern durch. Diese Maßnahme ist keine Angelegenheit der Gemeinde, sondern beruht letztlich auf Vereinbarungen zwischen der Deutschen Bahn AG und betroffenen Bürgern. Zu den passiven Schallschutzmaßnahmen können jedoch möglicherweise aktive Schallschutzmaßnahmen hinzukommen. Dies beträfe beispielsweise in Erpel den Bereich Friedhofsstraße bis etwa zur Erpeler Ley-Straße (Holzbrücke).

 

Text und Foto: Hans-Joachim Röder

 

Lärmschutzmaßnahmen sind dringend erforderlich
An einigen Stellen fahren die Züge am Wohngebiet vorbei

 

Zuschüsse für neue Fenster

Beim Diskussionsabend sprachen sich die in diesem Bereich wohnenden Bürger solidarisch gegen nur eine (mögliche) Schallschutzwand aus, die nur einseitig, talwärts, errichtet werden würde. Man war sich seitens der anwesenden Bürger einig, dass eine effektiv wirkende Schallschutzwand nur auf beiden Seiten der Bahn von Nutzen sei. Noch ist man in der Diskussion, zumal es auch um mögliche Zuschüsse der Deutschen Bahn geht, wenn hier der entsprechende Lärmpegel erreicht wird. Der Zuschuss der Bahn bei passiven Lärmschutzmaßnahmen, beispielsweise bei einem Fenstereinbau, liegt bei 75 Prozent; die restlichen 25 Prozent zahlt der Hauseigentümer. Bürger, die vom Bahnlärm betroffen sind, und an konkreten Schallschutzmaßnahmen interessiert sind, können sich unverbindlich an die Hamann Consult AG wenden, Telefon (0 22 36) 39 92 30.