Bürgerverein Erpel: Gisela Stahl ist neue Bürgerkönigin
Unkeler Reporter Nr. 22 vom 30. Mai 2002

Titel nach zweistündigem Wettkampf entschieden

Der Erpeler Bürgerverein wird seit dem Wochenende von einer Frau regiert. Nach einem gut zweistündigen Königsschießen allein auf den Rumpf konnte der Vorsitzende des Bürgervereins und bis dahin amtierende Bürgerkönig Nico Czeslik Gisela Stahl am späten Sonntagnachmittag unter dem befreiten Jubel der zahlreichen Erpeler die Königskette umhängen. Dabei hatte alles so hoffnungsvoll um 14 Uhr begonnen, nachdem der Bürgerverein vom Marktplatz zum Schießstand am Bürgersaal in der Heisterer Straße marschiert war. Schon nach dem 17. Schuss fiel der linke Fuß des Königsvogels mit dem Reichsapfel.


v.l. Bürgermeister Edgar Neustein und Vorgänger Niko Czeslik gratulierten Gisela Stahl und ihrem Ehemann

Glücklicher Schütze war Steven Claus, der zusammen mit Martin Schäfer auch die Schießleitung hatte. Dieser war nur 28 Schuss später beim rechten Fuß mit Zepter erfolgreich. Bereits mit dem 70. Schuss von Verena Gerards fiel der linke Flügel, nur knapp 20 Minuten später der rechte Flügel. Erfolgreicher Schütze mit dem 95. Schuss war dieses Mal Herbert Engel, bevor Stefan Czeslik mit dem 119. Schuss die Krone abschoss. Nach ihm war Andreas Schwager beim Kopf des Königsvogels erfolgreich, bevor unter dem 163. Schuss von Gisela Stahl der Schweif fiel. Da waren seit Beginn des Königsschießens noch keine zwei Stunden vergangen und die Erpeler freuten sich schon auf die nahen Runden ihres neuen Bürgerkönigs. Darauf mussten sie jedoch noch ganze 289 Schuss, 126 mehr als auf sieben Pfänder, warten, als so hartnäckig erwies sich der Rumpf.

Acht Anwärter waren die letzte Stunde noch im Rennen, neben dem neuen Prinzgemahl Gerd Stahl auch Karnevalsprinz Günther Marx, der Beigeordnete Friedel Witten, Herbert Engel, Günther Treuka, Horst Bischof, Herbert Engel und als zweite Frau neben der späteren Bürgerkönigin Beate Lister. Gespannt beobachtete Bürgermeister Edgar Neustein die Einschläge in den Rumpf des Vogels per Feldstecher. Aber auch seine präzisen Angaben nach einer Stunde, wohin zu schießen sei, halfen nichts. Der Rumpf ruckte und zuckte, hing schief – wollte aber nicht fallen.

Immer nervöser wurden die Junggesellen, die sich schon im Dunklen um ihren König schießen sahen. Auch an ein Preisschießen auf die bereits aufgesteckten Tonröhrchen war schon lange nicht mehr zu denken. Und schon glaubten einige Erpeler, den Vogel mit Steinwürfen wie im vergangenen Jahr, als die Schießanlage Premiere hatte, erlegen zu müssen, bis endlich der erlösende Jubel ausbrach. Voller Stolz und mit Freudentränen in den Augen nahm Gisela Stahl die Königskette von Niko Czeslik entgegen, während die Erpeler die neuen Majestäten hochleben ließen. Gemeinsam mit ihrem Gatten Gerd wird sie am Kirmessamstag, 15. Juni, den Königsball mit den Insignien ihres Amtes eröffnen. Erst am Kirmesmontag beim Bürgerfrühschoppen werden die anderen erfolgreichen ihre Trophäen des Königsschießen ausgehändigt bekommen. Text und Foto: DL TextText

Text und Foto: DL

Königsschießen des Bürger- und des Junggesellenvereins 2001

Königsschießen des Junggesellenvereins 2002

Kirmes in Erpel vom 14. bis 17. Juni 2002