Fähndelschwenken um den Rhein-Ahr-Pokal
General-Anzeiger Bonn und Unkeler Zeitung Juli 2001

Zahlreiche Junggesellen traten in Rheinbreitbach an, um den begehrten Pokal zu gewinnen

 

Fähnriche aus der Verbandsgemeinde Unkel, aus Bornheim, Geislar, Kirchheim, Iversheim bei Euskirchen und aus Selhof trafen sich am Kirmes-Sonntag in der Hans-Dahmen-Halle. Anfeuert von den Mitgliedern ihrer Junggesellenvereine, kämpften sie nicht nur um die Ehre. Bei der farbig-sportlichen Disziplin des Fahnenschwenkens galt es immerhin, den großen Rhein-Ahr-Pokal zu ergattern.

Angetreten waren neben dem Bornheimer Peter Schmitz, dem frisch gebackenen Westerwaldmeister, sein Vorgänger, der Selhofer Ralf Gilbert und der Geislarer Paul Blöse, Rhein-Ahr-Pokalsieger des Vorjahres. Eine harte Konkurrenz für die Unkeler Fähnriche bei dem nach der Einheitspunktierliste gewerteten Wettkampf mit der rund sechs Kilogramm schweren Fahne des Gastvereins, dessen Fähnriche dem Reglement gemäß nicht teilnehmen durften.

Nach der Pflicht kam die Kür

Fünf Minuten hatten die Fahnenschwenker in ihren schmucken Uniformen Zeit, zu den Klängen des Rheinischen Schwenkmarsches zuerst die "Regel", die Pflichtübung aus vorgeschriebenen Kopf-, Seit-, Brust-, Bein- und Fußschlägen zu absolvieren, um dann in der Kür mit Kunstschlägen wie mehrfachen Sonnen oder Schweizer Kreuz zu brillieren.

Foto: Homann
Überzeugte die Jury: Michael Dung aus Erpel belegte den zweiten Platz

Bewertet wurde von der gestrengen Jury nicht nur der Schwierigkeitsgrad, sondern Haltung und Bewegungsablauf und natürlich Fehler, wie nachgreifen, Kopfbedeckung abstreifen oder aus dem rund 40 Zentimeter großen Kreis treten. Vorzeitig beendet ist der Vortrag, wenn ein Fähnrich die Fahne fallen lässt. Dieses Pech hatten am Sonntag gleich zwei der Wettkämpfer.

Der Sieger des Vorjahres gewann auch in diesem Jahr

Am besten aber war wieder der Vorjahressieger Paul Blöse mit 620 Punkten, dem sich der Erpeler Junggesellenkönig Michael Dung jedoch mit nur 20 Punkten Differenz geschlagen geben musste. Auch das Mittelfeld lag äußerst eng beisammen. Nur knapp 30 Punkte trennten den fünften, Ralf Gilbert. vom dritten Platz, den Klaus Dörnlang von den Scheurener Junggesellen einnahm. Mit nur 15 Punkten hatte er Lothar Molberg auf den undankbaren vierten Platz verwiesen, der für den jungen Unkeler jedoch ein ausgezeichnetes Ergebnis darstellt.

Foto: DL
Nach der Siegerehrung (v.l.n.r.): Sieger Paul Blöse, Michael Dung, Junggsellenkönigin Sandra Sillak, Klaus Dömlack, Lothar Molberg

Ein Küsschen von der Königin

Glücklich nahmen die drei Erstplatzierten ihre Pokale am Abend während einer kurzen Tanzpause beim Königsball von der Rheinbreitbacher Junggesellenkönigin Sandra entgegen, die jeden der Wettkämpfer mit einem Küsschen belohnte.

Kein Wunder, dass die Fähnriche sich für soviel Entgegenkommen mit einer gekonnten Demonstration ihrer Fahnenkünste revanchierten.