Auf Erpeler Straßen: Noch mehr Gefahrenpunkte
Unkeler Zeitung Nr. 51 vom 17. Dezember 2001

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Grablichter und Blumensträuße erinnern an der Haltestelle an den Tod des elfjährigen Schülers

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Ein weiterer Gefahrenpunkt für Fußgänger ist die Eisenbahnbrücke von der Erpeler-Ley-Straße zur Orsberger Straße

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Auch die Kölner Straße stellt einen Gefahrenpunkt dar – um Staus auf der B 42 zu entgehen, nehmen viele Autofahrer diesen Weg

Einige Eltern hatten schon vor dem tödlichen Unfall versucht, bei den zuständigen Behörden auf die Problematik aufmerksam zu machen

An der Bushaltestelle liegen Grablichter und Blumensträuße. Sie erinnern an einen elfjährigen Schüler, der beim Überqueren der B 42 von einem Auto angefahren wurde und dabei zu Tode kam. Erpel trauerte.

Einige Eltern hatten schon vor diesem Unfall versucht, bei den zuständigen Behörden auf die Gefährdung in diesem Bereich aufmerksam zu machen. Als Antwort auf die Forderung, einen Fußgängerüberweg zur Haltestelle Rheinallee zu schaffen, hieß es: "Zebrastreifen außerhalb geschlossener Ortschaften sind grundsätzlich verboten!" Warum die Busfirma sich für eine Haltestelle entschieden hat, die genau hundert Meter vom Ortseingangsschild entfernt liegt, ist nicht bekannt. Eine Haltestelle in der Mitte des Ortes ist wegen Baustellen vor einigen Wochen weggefallen – und dann hat ein Verantwortlicher geschlafen.

Gefahrenpunkte gibt es noch mehr in Erpel: Da ist die Eisenbahnbrücke von der Erpeler-Ley-Straße zur Orsberger Straße, bei der die Fahrbahn in der Mitte so schmal geteert worden ist, dass Fußgänger auf drei nebeneinander gelegten Bruchsteinen oder einem ebenso schmalen Bürgersteig balancieren müssen, ohne umzuknicken. Dies wäre fatal, falls gerade ein Wagen über die Brücke fährt.

Ein weiterer Gefahrenpunkt befindet sich an der Kreuzung Erpeler-Ley-Straße/Bahnhofstraße. Dort sollte niemand über die Bahnhofstraße eilen, etwa um den Parkplatz der Zahnärztin zu erreichen, denn die Sicht beträgt gerade 25 Meter um die Kurve der Kreuzung.

Ebenso schlimm sieht es auf der Orsberger Straße aus. Dort war immer schon am Ortseingang ein Gefahrenpunkt, weil an dieser Stelle die Landstraße steil bergab fällt. Seit kurzem hat die Bad Honnef AG die gesamte rechte Seite für Fußgänger gesperrt. Eine neue Wasserleitung muss verlegt werden. Es empfiehlt sich hier, vom Ortsschild abwärts auf dem linken Bürgersteig in den Ort zu gehen.

Eine ganz besondere Gefährdung ergibt sich aus der Tatsache, dass auf der B 42 wegen Bauarbeiten der Verkehr durch eine Ampel gestaut wird. So versuchen viele Fahrer, den Stau zu vermeiden und schlängeln sich durch die Innenstadt (Kölner Straße).

Eine elegante Lösung haben Beamte der Polizeiinspektion Linz gefunden, als sie einen Ortstermin zur Lösung des Busproblems auf der B 42 ansetzten. Ihr Vorschlag: Der Bus nach Linz soll nicht wie bisher in Heister auf die B 42 zurückfahren, sondern statt dessen innerörtlich auf der Heisterer Straße weiterfahren, vor dem Ortskern von Erpel am Neutor in der Rheinstraße an einer schon vorhandenen Haltestelle Schüler und andere Fahrgäste nach Linz einsteigen lassen und auf der B 42 weiter fahren. So wird niemand gefährdet, der innerörtliche Verkehr nicht belastet und die Busfirma hat nur einen Umweg von einer Minute Fahrzeit. Eine Lösung, mit der alle zufrieden sein können!

Text: Peter Lemke

Elfjähriger verunglückt auf der B 42 tödlich

Höherlegung und Sanierung der B 42