"Alt Erpilla" an verdienten Bürger überreicht
Rheinzeitung vom 22. Januar 2002

Matthias Ott neuer Ordensträger

Ein besonderer Höhepunkt des Erpeler Gemeindelebens ist seit mehr als 40 Jahren die Verleihung des Heimatordens "Alt Erpilla". Der 1958 von der Gemeindeverwaltung zusammen mit der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft (GEK) gestiftete Orden wird seither alljährlich während der Prunksitzung der GEK an Erpeler Bürger verliehen, die sich besonders durch ehrenamtliche Tätigkeit und die Pflege des Brauchtums in der "Alten und Freien Herrlichkeit Erpel" ausgezeichnet haben.

Die Wahl des Ordenskapitels, das sind alle bisher gewählten Ordensträger, fiel in diesem Jahr einstimmig auf einen Mann der "leisen Töne", der lieber im Hintergrund wirkt als im Rampenlicht zu stehen: Matthias Ott, genannt This.

Viel für das Erpeler Gemeindeleben geleistet

In Vertretung des erkrankten Alt-Bürgermeisters Heinrich Schwarz, dem Sprecher des Ordenskapitels, hatte Ortsbürgermeister Edgar Neustein "die Freude und Ehre", den diesjährigen Heimatordensträger vorzustellen und seine Verdienste zu würdigen. Matthias Ott habe sich schon als junger Mann im Katholischen Junggesellenverein große Achtung erworben, da er als erster Fähnrich in der Lage gewesen sei, die "dreifache Sonne" zu werfen. Ohne Otts jahrelange Mitarbeit beim Wagenbau für den Wein- und Erntedankfestzug sei dieser wohl kaum über die Grenzen Erpels hinaus bekannt geworden. Bereits Monate vor dem Fest sei This Ott, natürlich zusammen mit anderen, Tag für Tag damit beschäftigt gewesen, den Blumencorso zusammenzustellen. Zahlreiche Entwürfe wie die Osanna-Glocke oder die Windmühle stammen von ihm.

Würdigung des Ehrenamtes

Edgar Neustein hob weiter hervor, dass Matthias Ott sich schon seit vielen Jahren in seiner Freizeit um die Unterhaltung und Pflege der Mariengrotte kümmere. "Er putzt, kehrt, schneidet Blumen und Sträucher und vieles mehr, eine Arbeit, zu der die Gemeinde nicht in der Lage ist." Die Zeit, die Ott für diese Arbeit aufgebracht habe, könne man nicht ermessen. Zusätzlich fertige seine Frau Maria die Blumengestecke an, die die Mariengrotte schmücken.

Im Namen des Ordenskapitels und der Erpeler Bevölkerung dankte Edgar Neustein dem Ordensträger 2002 für seinen unermüdlichen ehrenamtlichen Einsatz und gratulierte ihm. Die Verleihung des Ordens bedeutet auch die Ernennung zum Ehrensenator der GEK. Damit verbunden ist außerdem die Aushändigung einer Urkunde, in der dem neuen Ordensmitglied "in Würdigung seiner großen Verdienste um die Erhaltung des Erpeler Brauchtums" Dank und Anerkennung ausgesprochen werden.

Unter dem großen Beifall des Publikums nahm Matthias Ott Orden und Urkunde entgegen. Bescheiden, wie es seine Art ist, reagierte er auf die Ehrungen mit den Worten: "Ich kann nur danke sagen."

Text: (gs)

Matthias Ott ist neuer Träger des Heimatordens
Unkeler Zeitung Nr. 5 vom 31. Januar 2002

Vielfältiges ehrenamtliches Engagement

Die Herrlichkeit Erpel ist nicht nur ein Ort mit alter historischer Bausubstanz und mit einer der ältesten und schönsten Kirchen am Mittelrhein, sondern auch eine Gemeinde, in der Tradition, eine rege Vereinstätigkeit, Geselligkeit und ehrenamtliches Engagement eine große Rolle spielen. So wird jährlich auf der Prunksitzung der "Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft" der beliebte und geschätzte Heimatorden an nur einen Bürger verliehen. Dies in Anerkennung für Verdienste, die der Ordensträger um die Pflege des Brauchtums sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten in der "Alten und Freien Herrlichkeit Erpel" geleistet hat.


Matthias Ott (l.) erhielt den Heimatorden aus den Händen von Ortsbürgermeister EdgarNeustein

Dieser Orden wurde vor gut 40 Jahren zum ersten Mal verliehen, und das "Ordenskapitel", das sich aus den bisherigen Trägern des Ordens "Alt Erpilla" zusammensetzt, diskutiert und bestimmt dann den neuen Jahres-Ordensträger. Obwohl diese Auszeichnung auf der Prunksitzung der GEK verliehen wird, ist diese Auszeichnung kein karnevalistischer Orden. Diese Ehrung wurde vielmehr in Zusammenarbeit der GEK mit der Gemeindeverwaltung Erpel eingeführt. Die bisherigen Ordensträger machen auch deutlich, dass zwar einige aktive Karnevalisten, bzw. Bürger, die den lokalen Karneval nachhaltig unterstützen, aber auch etliche Bürger, die sich unabhängig vom aktiven Karnevalsgeschehen für andere ehrenamtliche Tätigkeiten engagierten, den Orden erhielten. In Vertretung des Sprechers des Ordenskapitels, Heinrich Schwarz, überreichte der Erpeler Ortsbürgermeister Edgar Neustein den Orden und die Urkunde an den
72-jährigen Matthias (This) Ott. Wer den stets zurückhaltenden This kennt, wird sein ehrenamtliches Engagement nicht immer sofort bemerkt haben. Über viele Jahre war und ist This Ott ein Mann der ersten Reihe, auch wenn es darum ging, die Wagen für den Blumenkorso beim jährlichen Wein- und Erntedankfest in vielen Stunden ehrenamtlicher Arbeit vorzubereiten.

Aber auch am Erpeler "Zwergenloch" sieht man This Ott sehr oft. In der Nähe der alten Bahn gibt es einen alten Bergwerksstollen, eben das "Zwergenloch", das im Kriege, im März 1945, zur Zuflucht vieler Bürger wurde. Dies insbesondere in Zusammenhang mit den Kämpfen um die Ludendorffbrücke (die Brücke von Remagen), die Remagen und Erpel verband. Erpel war am Ende des Zweiten Weltkrieges zu über 50 Prozent zerstört. Einige der Bürger, unter ihnen auch der damals Jugendliche This Ott, die im "Zwergenloch" in den letzten Wochen des Weltkrieges Schutz vor den Bomben fanden, versprachen, hier nach dem Krieg eine Gedenkstätte für die Mutter Gottes zu errichten, und so geschah es auch.

Ehrenamtliche Pflege der Grotte

Und wer heute die Grotte aufsucht, auch um ein Gebet zu sprechen, wird bemerken, dass der gesamte Eingangsbereich nicht nur sehr gepflegt, sondern auch meist mit frischen Blumen geschmückt ist. Dies machen natürlich nicht heimlich einige der "sieben Zwerge", sondern für diese Pflege zeichnet This Ott verantwortlich. Dies macht er bereits über viele Jahre - natürlich ehrenamtlich. Unterstützt wird This Ott hierbei von seiner Frau Maria. Für This Oft ist diese Arbeit einfach selbstverständlich, denn seit seiner Kindheit fühlt er sich Erpel verbunden, was er über seine damalige Mitgliedschaft im JGV, hier auch als anerkannter Fähnrich, bis zu seinem vielfältigen heutigen Engagement für seinen geliebten Ort unter Beweis stellt.

Text und Foto: Röder