Irene Feldens ist der neue Heimatordensträger
Unkeler Reporter Nr. 6/2004 vom 5. Februar 2004

Die Erpeler Karnevalsprinzessin von 1999 will wieder als Dorfspion in die Bütt

Es war vor 46 Jahren, als von der damaligen Gemeindeverwaltung zusammen mit der Großen Erpeler Karnevalsgesellschaft der Heimatorden "Alt Erpilla" gestiftet wurde. Seitdem wird dieser einmal im Jahr für Verdienste um die Alte und Freie Herrlichkeit Erpel auf der großen Prunksitzung verliehen. Die Wahl des neuen Ordensträgers erfolgt jeweils durch die bisherigen Träger, das Ordenskapitel. "Vor einigen Tagen haben sich die Mitglieder des Ordenskapitels im altehrwürdigen Rathaus getroffen, um ihre Entscheidung zu fällen", erklärte der Sprecher der Ordensträger, Altbürgermeister Heinrich Schwarz. "Ich bitte als neue Ordensträgerin den Dorfspion Irene Feldens auf die Bühne", verkündete er unter dem Jubel der Narren im Saal der Mehrzweckhalle.


Stolz zeigte Irene Feldens den in Erpel begehrten Heimatorden "Alt Erpilla "

Heinrich Schwarz erinnerte sich an die närrischen Erfolge der neuen Ordensträgerin. Viele Erpeler
– prominent oder nicht – hätten davor gezittert, von ihr die eigenen "Untaten" in aller Öffentlichkeit erneut vor Augen geführt zu bekommen. "Wenn man heute deine Stimme nicht mehr in der Bütt hört, mag das daran liegen, dass du deine Mitbürger inzwischen gut erzogen hast, so dass es nichts mehr auszuplaudern gibt", mutmaßte der Sprecher des Ordenskapitels. "Äwwe ech mein', die Erpeler sollen ruhig e paar Streiche spille, denn me möchte dech widder he en de Bütt höre" sprach er den Narren im Saal aus dem Herzen.

Aber nicht nur in der Bütt hat Irene Feldens ihre Frau gestanden. Punktgenau nicht nur mit ihren Pointen, sondern auch als treffsichere Frau der Tat war sie vor zehn Jahren Schützenkönigin bei der Sommerkirmes geworden und führte 1999 die Jecken der Alten Herrlichkeit als Prinzessin Irene I. durch die närrische Session. Darüber hinaus verwaltete sie als Kassiererin viele Jahre die Kasse des Bürgervereins und des Gesangsvereins. Noch heute ist sie aktive Sängerin sowohl im Kirchenchor wie im Gesangsverein. "Auch in der Frauengemeinschaft engagierst Du Dich und bist als fleißige Helferin beim monatlichen Seniorentreff stets zur Stelle", lobte Heinrich Schwarz den Einsatz des neuen Mitglieds des Ordenskapitels, das unter dem Jubel der Narren sichtlich gerührt den Heimatorden in Empfang nahm. "Ich bin von d'r Söck, datt ne normale Minsch, ne einfache Bürjerin esu jeehrt wird", kommentierte Irene Feldens die hohe Auszeichnung. Gerne würde sie wieder als Dorfspion in die Bütt steigen. "Äwwer wenn alles klappt em Dorf, kann ich och nix bringe", schloss sie ihre kurze Dankesrede.

Text und Foto: -DL-