Günter Witten, der Sänger von der Ley, ist der Heimatordensträger 2006
Blick aktuell Nr. 5 vom 3. Februar 2006

Das Ordenskapitel fand den Ex-Prinzen für mehr als würdig, in den Kreis der "Alt Erpillaner" aufgenommen zu werden

Es ist kein Geheimnis, dass Günter Witten stimmgewaltig ist, das allerdings eher beim Singen denn beim Schwaaden. Ein gut gehütetes Geheimnis war es jedoch bis kurz vor der Pause der Prunksitzung am Samstagabend, dass ihn das Ordenskapitel als neuen Träger des Heimatordens Alt Erpilla" auserkoren hatte und das nach nur sehr kurzer Beratung und dann natürlich auch einstimmig. Verliehen bekommen Erpeler den erstmals 1958 von der Gemeinde und der Großen Karnevalsgesellschaft gestifteten Orden der "Alten und Freien Herrlichkeit" nur, wenn sie sich um den Ort verdient gemacht haben. Und das trifft auf Günter Witten zu. "Bereits im zarten Alter von fünf Jahren standest du auf den Brettern, die die Welt bedeuten und zwar als Laienschauspieler", begann Heinrich Schwarz als Sprecher des Ordenskapitels die Vita des Geehrten.


Der Sprecher des Ordenskapitels "Alt Erpilla", Heinrich Schwarz, übergab Günter Witten den Heimatorden 2006

Dem Karneval familiär bedingt nicht gerade abhold, Vater Hermann hatte immerhin 1935 und 1954 als Prinz das Erpeler Narrenzepter geschwungen, war Sohnemann Günter Sitzungspräsident der karnevalistischen Schul-Sitzungen, um später für mehrere Jahre Mitglied der Stadtsoldaten zu werden. Natürlich sprang der Sohn des Gründungsmitglieds der "5 Erpillas", die von 1931 bis Ende der 70er Jahre mit lustigen Parodien und Potpourris die Sitzungen bereicherten, auch bei der berühmten Sangesgruppe ein, falls eins der Mitglieder erkrankt war. "Seit nunmehr fast 15 Jahren bildest du mit deinem Freund Karl-Josef Stiedorf das musikalische Duo "die Sti-Wis" und lässt zur Unterhaltung und Freude unserer Bürger, vor allem der Senioren beim Altentag deine Stimme erklingen", fuhr Heinrich Schwarz in der Laudatio fort. Was lag da näher für Günter Witten, als 2001 auch den Vorsitz des Gesangvereins "Cäcilia-Eintracht" zu übernehmen und so mitzuhelfen, den Fortbestand des traditionellen Erpeler Kulturvereins zu sichern. "Der bisherige Höhepunkt deines Wirkens für deine Heimat Erpel war wohl im vergangenen Jahr, als du im Jubiläumsjahr der Großen KG zusammen mit deiner charmanten Gattin Marlies das Erpeler Prinzenpaar verkörpert hast", betonte der Kapitelsprecher. Im Nu sei es beiden gelungen, die Herzen der Narren höher schlagen zu lassen, lobte Heinrich Schwarz die Ex-Tollitäten.

"Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Ich bin zum ersten Mal völlig sprachlos", gestand Günter Witten sichtlich tief ergriffen, nachdem ihm unter dem tosenden Beifall der Narrenschar der KG-Chef Andreas Schwager und Heinrich Schwarz den Heimatorden übergeben hatten. Wenn man seinen Ort und die schöne Heimat so liebe wie er, dann könne man einfach nur Dank sagen für diese hohe Auszeichnung. Die hatte sein Vater bereits 1960 als dritter Ordensträger nach Ludwig und Josef Noll in Empfang nehmen können, möglicherweise mit ein Grund für die gut verborgenen Tränchen. "He Erpel du Juwel am Rhing, he wo mir jruß jeworde sinn, für dich sin mir et Prinzenpaar, mir lieben dich et janze Jahr!" hatte Günter Witten noch vor zwölf Monaten mit seiner Prinzessin Marlies gesungen. Am Abend seiner Ordensverleihung stimmte er dagegen den umgetexteten Willy Millowitsch-Song an: "Ich bin ene Erpeler Jung, wat willst maache, mein Lieblingswöödche heißt Erpel Alaaf!".

Text und Foto: - DL -