Heimatzimmer mit dokumentarischem Innenleben
Unkeler Zeitung Nr. 20 vom 17. Mai 2001

Erpels Wahrzeichen wird im Innenbereich neu gestaltet

In Kürze wird Erpel – mit seinen Wahrzeichen St. Severinus-Kirche, barockes Rathaus und historischer Marktplatz – um eine Attraktion reicher werden. Das Eingangmerkmal des romantischen Ortes, das bereits vor Jahren im Außenbereich renovierte Neutor, wird nun über eine Privatinitiative von Heribert Siebertz auch im Innenbereich auf allen drei Ebenen ein neues Aussehen erhalten.

 

Bereits vor einigen Wochen schloss der Erpeler Elektromeister Heribert Siebertz einen über 20 Jahre laufenden Vertrag bis 2021 mit der Gemeinde Erpel zur Nutzung des Neutores. Heribert Siebertz beschäftigt sich schon seit Jahren mit historischen Aspekten des Ortes, insbesondere mit der Geschichte von Vereinen, aber auch mit dem Sammeln von Exponaten, die den Ort Erpel betreffen.

 

Neutor soll künftig ein sehenswertes Archiv beherbergen

Seine Idee: Die drei Etagen im Innenbereich des Neutores so zu gestalten, dass hier zwar kein Museum entsteht, aber eine Art "dokumentarisches Heimatzimmer". Durchaus in Ansätzen ein sehenswertes Archiv mit Erpeler Ausstellungsstücken, Fotos und Dokumenten, die lokale Geschichte transparenter machen soll.

 

Voraussetzung dabei bleibt jedoch, dass sich genug Sponsoren – und gerade Handwerker – finden, um gemeinsam die Verbesserungs- und Verschönerungs-Arbeiten in den Räumlichkeiten des Neutores durchzuführen. Neben Elektro- und Putzarbeiten sowie Mithilfe in anderen Gewerken müssen vor allen Dingen Schreinerarbeiten erbracht werden. Beabsichtigt ist unter anderem, dass eine Holztreppe die drei Etagen des Turmes verbindet, ohne dabei den Raum zu verengen oder gar die vorhandene Bausubstanz zu verändern Das gilt auch für die zwei vorhandenen Gefängniszellen in der ersten Ebene.

 

Mithilfe aktiver Bürger wichtig

Zu den Vorstellungen und weiteren Details wird auf Initiative von Heribert Siebertz bereits in einigen Wochen eine Bürgerversammlung stattfinden, um Anregungen aufzunehmen und den bisherigen "Ideenstand" interessierten Bürgern näher vorzustellen. Denn auf aktive Mithilfe der Bürger ist Heribert Siebertz angewiesen. "Der Kern meiner Überlegungen war und bleibt – nur gemeinsam schaffen wir es. Insofern ist damit auch eine spürbare Identifikation mit dem Ort verbunden, denn ich habe dieses Projekt nur initiiert", so Heribert Siebertz. Bürger können beispielsweise durch alte noch vorhandene Fotos, Dokumente, Geräte des Haushaltes oder ähnlichem mit dazu beitragen, dem im Aufbau befindlichen Heimat-Projekt richtungsweisende Impulse zu geben, dem Neutor damit auch ein ansprechendes und "lebendiges Innenleben" zu geben.

 

Nach dem derzeitigen Ideen- und Planungsstand könnte es durchaus ein attraktives Dokumentationszimmer werden. Auf die Idee zu einer gemeinsamen Nutzung – Bürger, Gemeinde und Menschen mit unterschiedlichen Interessen – kam Heribert Siebertz vor zwei Jahren, als er auf einer Fahrradtour im bayerischen Altmühltal ein ähnlich genutztes historisches Tor sah, wie es in seiner sehr gut erhaltenen Grundsubstanz in Erpel auch gibt.

 

Zudem ist gerade das Erpeler Neutor als verbindendes Element zu Erpels Gesamtgeschichte zu sehen, hier auch mit seinem besonderen Status und seiner engen Verbindung zu Köln. Das Neutor dürfte bei seiner beabsichtigten Innenneugestaltung sicher mit dazu beitragen, das Verständnis und auch die Verbundenheit der Bürger mit Erpel zu vergrößern. Dies gilt gleichermaßen für die Bürger des Ortes, aber auch für Besucher. Etliche bisher durchgeführte Führungen durch den Ort, insbesondere mit dem sehr an der Ortsgeschichte interessierten Ortsbürgermeister Edgar Neustein, zeigen das starke Interesse von Besuchern für den Mittelrheinort.

 

Text und Fotos: Hans-Joachim Röder

Historische Ansicht

Das Erpeler Neutor etwa um 1930

 

Neutor 2001

Heribert Siebertz vor dem heutigen Neutor

 

Heribert Siebertz hat große Pläne

Die früheren Gefängniszellen des Neutores

 

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