Goldene Hochzeit der Eheleute Hirzmann
Unkeler Zeitung Nr. 25 vom 21. Juni 2001

Der Erpeler Fahrensmann Willi Hirzmann, der als Kapitän das Wasser über alles liebt und heute noch zeitweise auf seiner modernen Autofähre "Santa Maria" von Bad Hönningen nach Bad Breisig arbeitet, feiert vom 22. bis 24. Juni 2001 mit seiner Frau Käthe seine Goldene Hochzeit in Erpel und in Bad Hönningen. Dazu werden u.a. die Ortsvereine, von der Feuerwehr, über den Gesangverein, den Bürgerverein bis hin zum Tambour-Corps dem Jubelpaar gratulieren. Mit einem Fackelzug geht es am 22. Juni um 20.30 Uhr vom Erpeler Marktplatz zur Familie Hirzmann in der Pützgasse.

Mein Leben ist meine Fähre

 

Wenn der 71-jährige Willi Hirzmann erzählt, spürt man seine Geradlinigkeit, seine Liebe sowie seinen Stolz über sein Lebenswerk, als Chef der Autofähre und als Kapitän, und natürlich mit dem "Rheinpatent", sowie Verantwortlicher von vier Kapitänen / Fährführern und weiteren fünf Leuten Deckpersonal, die auf der Autofähre "Santa Maria", ihren Dienst tun. Die Autofähre verkehrt täglich zwischen Bad Hönningen und Bad Breisig, für das Personal im Schichtdienst, werktags von 5.30 bis 23.00 Uhr, und Sonn- und Feiertags von 7.00 bis 23.00 Uhr, und dies alle zehn Minuten während des Tages. Diese neue, von Willi Hirzmann in Auftrag gegebene, über zwei Millionen DM teure Fähre wurde im Jahr 1995 in Dienst gestellt. Bis heute ohne eine Stunde Ausfall, wie der Kapitän der Binnenschififahrt zufrieden erklärt. Eine Fähre mit einer zugelassenen Höchstbelastung von 180 Tonnen und einer Decklänge von 38 Metern, auf der bis zu 24 Pkw Platz finden, oder entsprechend viele Lkw.

Foto Hans-Joachim Röder

Kapitän WIlli Hirzmann und seine Frau Käthe

 

Wer mit Willi Hirzmann auf dem Kommandodeck seiner Fähre steht, spürt sofort sein Verantwortungsbewusstsein, seine Leidenschaft für das Wasser sowie sein kollegiales Verhalten. Zu seinen Mitarbeitern gehört auch der 61-jährige Kapitän Josef Dennert, der seit 1995 auf der Hönninger-Sinziger Fähre arbeitet. Vorher war er als Kapitän bis nach Skandinavien unterwegs und vor einigen Jahren kehrte er an den geliebten Mittelrhein zurück. Ähnlich erging er es auch dem einstigen Bäckergesellen Willi Hirzmann. Schon als Jugendlicher träumte er davon, Kapitän zu werden, und das klare Nein seines Vaters Josef konnte seinen Berufswunsch nur kurzzeitig verhindern. So lernte Willi erst einmal das Bäckerhandwerk und arbeitete damals auch zeitweise mit dem auch noch in Erpel lebenden Heimatforscher Willi Christmann zusammen. Bekannt war auch der Vater von Willi Hirzmann, denn sein Vater Josef war in Erpel Schumacher und zugleich Küster, genau wie sein Groß- und Urgroßvater Küster und Organist waren.

 

Im Jahr 1948, als 19-jährigem, konnten Willi Hirzmanns Eltern den unbändigen Sohn nicht mehr aufhalten, denn der junge Erpeler wollte neue Welten entdecken. Er heuerte bei der französischen Schifffahrtgesellschaft "CNFR" an und fuhr 13 Jahre auf dem Rhein. In dieser Zeit lernte er im Jahr 1949 auch seine Frau Käthe, geborene Arenz, im Scheurener Hotel Mürl kennen, die schon als Kind mit ihren Eltern aus dem Westfälischen (Kreis Olpe) nach Unkel gekommen war. Ihre Hochzeit feierten sie am 24. Juni 1951 im Unkeler "Christinenstift". Heute haben sie vier Kinder, von denen zwei aktiv ihren Vater unterstützen, und acht Enkelkinder. Seine Frau Käthe begleitete ihren Mann zudem jahrelang auf Rheinfrachtem, und half auch an Bord mit. Bereits im Jahr 1954 machte Willi Hirzmann sein Kapitänspatent und hat seitdem das "Rheinpatent", die Berechtigung zur Führung aller Fahrzeuge auf der Strecke "Rhein" und seinen Nebenflüssen Main, Neckar und Mosel. Im Jahr 1961 übernahm Hirzmann das Fährschiff "Herpile", das zwischen Erpel und Remagen pendelte, gut ein Jahr später das Fährschiff "Sankt Severinus" und im Jahr 1964 dann das Fahrgastschiff "Königin Richez"" hinzu, auf dem seine Frau Käthe für die Bewirtung sorgte. Aber im Jahr 1976, nach einigen weiteren beruflichen Zwischenstationen zog es den "Erpeler Jung" wieder in die Welt hinaus, und so fuhr er von 1976 bis 1989 bei einer Schweizer Reederei auf der Strecke zwischen Basel und Rotterdam und lief weitere Häfen in Holland an . Schon seit dem Jahr 1967 bemühte sich Willi Hirzmann intensiv um die Zulassung für eine Fähre auf dem Rhein. Es wurde ein jahrelanger Weg durch die Behörden, bis er im Jahr 1989 endlich die Auto-Fährzulassung erhielt. Im Jahr 1991 bekam er die erste eigene Fähre, eine alte Auto-Fähre aus Bingen, Baujahr 1933. Im Jahr 1992 kam dann eine nur 12 Jahre alte Fähre aus Holland, mit 80 Tonnen Tragfähigkeit, bis der Kapitän vor sechs Jahren seine neue Fähre bauen ließ. Alle drei Auto-Fähren hießen bis heute "Santa Maria", dies auch, weil der religiöse Erpeler schon vor Jahren einen Treueschwur in Lourdes ablegte. Für Willi Hirzmann bedeutet Leben, sich auf dem Wasser zu bewegen. Und wenn er auf seiner modernen Kommandobrücke das herrliche Panoramabild bis nach Brohl und Remagen sowie bis zur Erpeler Ley genießt, ist er mit sich im Reinen. "Wasser ist wie eine Krake, sie hält einen immer fest, vor allen Dingen dann, wenn man mit Lust und Liebe im Beruf ist." Und für Willi Hirzmann heißt es über ein halbes Jahrhundert, auch mit etlichen Hindernissen, seinen Traum verwirklich zu haben, den er schon als Kind hafte. Auf der anderen Seite wurde er zudem mit Prinzen- und Königswürden auf dem Lande belohnt. So war er 1972 Erpeler Karnevalsprinz und im Jahr 1989 mit seiner Frau Käthe auch Bürgerkönigspaar. Neben seiner Wasserleidenschaft eben auch ein bodenständiger Mensch, für den gezielte Arbeit, Traditionen und das Bekennen zur Heimat einen hohen Stellenwert haben.

 

Text: Hans-Joachim Röder

 

Der Rhein prägt das Leben des Jubelpaares
General-Anzeiger Bonn vom 26. Juni 2001

Im legendären Hotel und Tanzlokal "Mürl" in Scheuren lernte der 20-jährige Erpeler Willi Hirzmann seine Käthe aus Unkel beim Feuerwehrball 1949 kennen. Zwei Jahre später wurde am 24. Juni geheiratet. Am Freitagabend zogen die Erpeler Ortsvereine im Fackelzug zum Haus des Jubelpaares, das am Wochenende im Kreise der vier Kinder ihre Goldhochzeit feierte. Am Vereinsleben seiner Heimat hatte der Jubilar stets regen Anteil genommen, ob als Karnevalsprinz 1972 oder als Bürgerkönig 1989. Dabei war er meistens unterwegs. 1948 hatte Hirzmann bei einer französischen Schifffahrtsgesellschaft angeheuert, unter deren Flagge er 13 Jahre den Rhein befuhr, zehn davon gemeinsam mit seiner Frau. Und dem Strom ist er treu geblieben. Als die Kinder zur Schule mussten, übernahm Willi Hirzmann das Fährschiff "Herpile", und 1964 kam das Fahrgastschiff "Königin Richezza" hinzu. Seit 1989 gilt für den Jubilar nur noch der Satz: "Wenn ich auf meiner Fähre stehe, bin ich der glücklichste Mensch."

 

Text: khd

Foto: Frank Homann

Ein Ständchen vom Tambours-Corps

 

Goldene Hochzeit mit vielen Bürgern und lokalen Vereinen
Unkeler Zeitung Nr. 26 vom 28. Juni 2001
Viele Bürger und Abordnungen von Vereinen hatten sich vor dem Haus von Käthe und Willi Hirzmann in der Pützgasse eingefunden, um dem Jubelpaar zu seiner Goldenen Hochzeit zu gratulieren. Zuvor zog der Fackelzug der Freiwilligen Feuerwehr des Löschzuges Erpel unter musikalischer Begleitung des Tambour-Corps vom Marktplatz über die Kölner Straße zum Jubelpaar in die Pützgasse. Unter den mitmarschierenden Bürgern Ortsbürgermeister Edgar Neustein sowie der Bürgermeister der VG Unkel, Friedemann Schwarzmeier. Mit Liedern, u.a. einem norddeutschen Lied (Käthe Hirzmann stammt aus dem Westfälischen/Nähe Olpe) begrüßte der Gesangverein "Cäcilia Eintracht Erpel" das Ehepaar Hirzmann. Den Erpeler Bürgern ist ihr Fährmann und Kapitän, der die Fähre Bad Hönningen - Bad Breisig betreibt, wohlbekannt, zumal er in vielen lokalen Vereinen Mitglied ist.

Foto: Hans-Joachim Röder

Das Jubelpaar Hirzmann mit Ortsbürgermeister Edgar Neustein (l.) und Verbandsgemeindebürgermeister Friedemann Schwarzmeier (r.) sowie Mitgliedern der Ortsvereine

 

Ehrenteller der Gemeinde

 

Viele Dankesworte kamen nicht nur vom Ortschef Edgar Neustein, der den Ehrenteller der Gemeinde Erpel überreichte, sowie von Bürgermeister Friedemann Schwarzmeier, der zudem neben einem großen Blumenstrauß auch die Urkunde des Landrates Rainer Kaul überbrachte, sondern auch von Vertretern der Ortsvereine. Dies reichte von Niko Czeslik und Horst Bischoff vom Bürgerverein über Heribert Siebertz vom Tambour-Corps, bis hin zu Heinz Lütz vom Erpeler Löschzug und vielen weiteren Bürgern. Bis in die späten Abendstunden feierte das Jubelpaar mit den Bürgern, bei bester Versorgung, organisiert durch das Ehepaar und Familienangehörige, in der Pützgasse. Es war schon ein kleines Dorffest, bei dem viele Erinnerungen und Geschichten aus alten Zeiten in fröhlicher Runde ausgetauscht wurden.

 

Text: Hans-Joachim Röder