Hochwasser vom Januar 2003:
Prognosen sorgten für schlimmste Befürchtungen

Nach ersten Vorhersagen und Hochwasserlageberichten vom Freitag, 3. Januar 2003, wurden Pegelstände prognostiziert, die mit denen der Jahre 1993 und 1995 vergleichbar waren. Tatsächlich stieg der Rhein am Pegel Andernach am Freitag vormittag ca. 10 cm stündlich, was zu schlimmsten Befürchtungen Anlass gab. Diese Prognosen haben sich jedoch nicht bewahrheitet, so dass weite Teile von Erpel dieses Mal mit "einem blauen Auge" davon gekommen sind. Die Anwohner der Straßen unterhalb und teilweise auch in der Kölner Straße hat es dieses Mal leider wieder in Mitleidenschaft gezogen.

Farbfotos vom Samstag, 4. Januar 2003 10.00 Uhr, bei Pegelstand Andernach 9,16 m

General-Anzeiger Bonn vom 4./5. Januar 2003 (Auszug)

Das schnelle Ansteigen der Pegelstände hat gestern bei Feuerwehren, Polizei und Ordnungsämtern der Region für Hochbetrieb gesorgt.

Das Hochwassermeldezentrum Mainz musste seine Prognosen dramatisch nach oben korrigieren: Für Samstag, 23 Uhr soll am Pegel Andernach ein Stand von bis 9,90 Meter erreicht werden – Tendenz steigend und deutlich mehr, als einen Tag zuvor vorhergesagt. Erpels Bürgermeister Edgar Neustein: "Wenn die Prognosen stimmen, wird es so schlimm wie 1995." Die höhergelegte B 42 ist längst überflutet, das Problem könne sich aber auf den ganzen Ort ausweiten. Häuser müssen aber nicht evakuiert werden, glaubt Neustein. "Die Leute gehen in die Obergeschosse und räumen unten leer", sagt der Bürgermeister.

Hochwasserlagebericht Nr. 6 für den Rhein vom 4. Januar 2003, 10 Uhr

Hinter einem Tief, das nach Polen abgezogen ist, setzt sich am Samstag kalte Polarluft bis zu den Alpen durch, wodurch die Niederschläge im Tagesverlauf überall in Schnee übergehen. Am Sonntag verlagert sich ein Hoch von den Britischen Inseln her nach Mitteleuropa, so dass die Niederschlagsentwicklung unterbunden wird und in den Folgetagen mit zwar frostig kaltem, jedoch freundlichem und trockenem Winterwetter zu rechnen ist.
Schwankende Niederschlagsvorhersagen des DWD haben dazu geführt, dass die Wasserstands-
Vorhersagen wiederholt herabgesetzt wurden!!!


Severinstraße Richtung Kölner Straße


Severinstraße – Blick aus dem Fenster


Bahnunterführung Jahnstraße

Entspannung am Rheinufer: Pegel sinken
General-Anzeiger Bonn vom 6. Januar 2003 (Auszug)

Dem Schrecken über die rasant steigende Flut folgte gestern die Erleichterung. Kälteeinbruch stoppte Dauerregen. Der Höchststand war am Samstag erreicht

In Erpel, das am Samstag nur über die Erpeler-Ley-Straße zu erreichen war, hatten zahlreiche Bürger ihr Hab und Gut in höhere Stockwerke geräumt oder hoch aufgebockt. Auch manche Geschäfte in der Kölner Straße waren eilends leer geräumt worden. Vor zahlreichen Häusern türmten sich auch hier Barrieren aus Sandsäcken. Aus etlichen Häusern ragten zudem mit Pumpen verbundene Schläuche, aus denen Wasser aus den Kellern sprudelte.

Das Erpeler Festnetz ertrinkt im Hochwasser

Hochwasserprognosen lagen dieses Mal ziemlich daneben

Fotos vom 11. Januar 2003: Eis-Skulpturen

Foto: General-Anzeiger Bonn
Frontor am Freitag, 3. Januar 2003 (Foto: GA Bonn)


Frongasse und Frontor am Samstag, 4. Januar 2003


Kirchgasse


Fährgasse


Kölner Straße/Ecke Fährgasse


Kölner Straße/Ecke Hospitalgasse (Foto: GA Bonn)

Der Originaltext der Bildunterschrift lautet: "Anpacken war bei der Rettung des Hausrats, hier in Erpel, gefragt". Wer denkt sich sowas bloß aus – angesichts eines wasserscheuen Hundes und von Sandsäcken, die ins Wasser hineingezogen werden ???

Pegel Andernach (Stand: 6. Januar 2003, 11.00 Uhr)


Hochwasser-Infos