Erpeler Johanni-Kirmes 2001 rund um das Neutor
Unkeler Zeitung Nr. 25 vom 28. Juni 2001

Tolle Stimmung trotz schlechtem Wetter

 

Griesgrämig blickte der Kirmesmann aus seinem luftigen Sitz am Neutor, wo ihn die Junggesellen traditionell platziert hatten. Rotz und Tränen heulte er dann sogar am späten Freitagnachmittag, als er auf den mit Pfützen übersäten Festplatz herunter blickte und sehen musste, dass permanente Regenschauer die Erpeler unter die Vordächer der Bier- und Würstchenstände getrieben hatte. Und so drehte denn das Kinderkarussell unbeirrt seine Runden, auch wenn Schimmel und Esel lieber im trockenen Stall Unterschlupf gesucht hätten. Den fanden dann die Jugendlichen im riesigen Festzelt, in dem ungeachtet des Wetters bei der Summer-Night-Party die Post abging bis in die frühen Morgenstunden.

 

Festlicher Umzug

 

Am Samstagnachmittag hatten sich viele Junggesellen aus der gesamten Verbandsgemeinde mit ihren Fähnrichen auf dem Festplatz versammelt. Ungeachtet der schwarzen Regenwolken am Himmel zogen sie, angeführt vom Erpeler Tambourcorps, dann zum Haus ihres Junggesellenkönigs Michael Dung, der sie, versehen mit dem Zeichen seiner Würde, dem mit Rosen umkränzten Zylinder, dort bereits mit seiner Königin Melanie Schüler erwartete. Nach einer ausgiebigen Stärkung zogen die Junggesellen dann durch die mit Fahnen und frischem Grün festlich geschmückten Gassen des idyllischen Ortskerns zum Kirmeszelt am Neutor, wo sie bereits von einer großen Festgemeinde mit Jubel empfangen wurden.

 

Junggesellenball im Festzelt war wieder ein Highlight

 

Gemeinsam mit seiner in ein blaues Abendkleid gehüllte Königin eröffnete Michael Dung den Junggesellenball mit dem Königswalzer, in den sich die Ehrenpaare Astrid Streyer und Alexander Busse sowie Natascha Plag und Martin Klaut einreihten, während die Fähnriche der befreundeten Vereine mit ihren Fahnen Spalier standen. Zu den ersten Gratulanten gehörte neben Cilly Adenauer, die als Beigeordnete des VG-Rates die Glückwünsche der Verbandsgemeinde überbrachte, natürlich der erste Bürger der Stadt, Edgar Neustein.
"Ich freue mich, dass du als Vorsitzender des Erpeler JGV dieses Jahr den Vogel abgeschossen hast", gratuliert er und nahm die Gelegenheit wahr, offiziell bekannt zu geben, dass Erpel beim Landeswettbewerb "Unser Dorf soll schöner werden – Unser Dorf hat Zukunft" die Silbermedaille in der Sonderklasse gewonnen hat. Als die Gratulationen beendet waren, übernahm dann die Band "Voice Emotion" die Regie im Festzelt bis in die frühen Morgenstunden. Mit einer kleinen Unterbrechung: Die Unkeler Ratsherren hatten es sich nicht nehmen lassen, dem Junggesellen-Königspaar der Nachbargemeinde ihre Aufwartung zu machen und sie und ihre Gäste mit "Icecream" kurz vor Mitternacht zu "erfrischen".

Jungesellen-Königspaar 2001

Junggesellen-Königspaar Melanie Schüler und Michael
Dung (m.) präsentieren sich der Festgemeinde

 

Petrus ließ es schütten

 

Für die nötige Abkühlung sorgte dann am nächsten Tag ein wieder schlecht gelaunter Wettergott, der seine Regenmassen bei Früh- wie Dämmerschoppen über die Kirmesgäste auskippte. Die bewiesen jedoch einmal mehr, dass man in Erpel, egal unter welchen Voraussetzungen, die Gelegenheit zu feiern beim Schopfe packt. Und so waren dann am Montagmorgen einige recht müde Gesichter beim Kirchgang zu sehen, die sich jedoch beim anschließenden Festzug in die Steinstraße zusehends regenerierten. Dort nämlich überreichte Bürgermeister Edgar Neustein dem neuen Bürgerkönig Niko Csezlik den Bürgerhut als Zeichen der Macht und Würde. Gemeinsam mit seiner Königin Christiana zog er unter musikalischer Begleitung des Tambourcorps durch den Ort zum Königswalzer ins Festzelt, mit dem er den Bürgerfrühschoppen eröffnete, wobei man dieses Wort, man ahnt es schon, in Erpel nicht wörtlich nehmen darf.

Bürgerfrühschoppen
Unkeler Zeitung Nr. 26 vom 28. Juni 2001

Geduldig wartete Nico Czeslik, der Vorsitzende des Erpeler Bürgervereins, am Kirmesmontag hoch über der "Alten Herrlichkeit", bis der vom Tambourcorps angeführte Festzug der Bürger nach dem morgendlichen Festgottesdienst sein Haus in der Steinstraße erreicht hatte. Dort überreichte ihm Bürgermeister Edgar Neustein mit dem von roten Rosen umkränzten Bürgerhut und der Königskette unter dem Jubel der großen Menschenmenge die Insignien seiner Macht als Bürgerkönig. Nach ausreichender Stärkung ging es durch die mit Birkengrün und Fahnen geschmückten Straßen und Gassen des Ortes zum Festplatz am Neutor, wo Nico und Christiana Czeslik mit dem Königswalzer den Kirmes-Bürgerfrühschoppen eröffneten. Dass dieser bei den festerprobten und -freudigen Erpelern zu einem Dämmerschoppen wurde, war krönender Abschluss einer rundweg gelungenen Kirmes, die offiziell jedoch erst am Dienstagabend mit der Beerdigung des Kirmesmannes durch die Junggesellen um ihren Vorsitzenden Michael Dung endete. (DL)

Text und Fotos: DL

Bürger-Königspaar 2001

Bürgerkönig Nico Czeslik mit seiner Königin Christiana