Kreismusikfest 2003 in Erpel:
Musik ist die gemeinsame Sprache dieser Welt
General-Anzeiger Bonn vom 5. Mai 2003

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Drei Generationen spielen gemeinsam in Erpel. Festumzug im Ort mit zahlreichen Spielmannszügen. Kreisbeigeordneter Scheidgen überreicht besondere "Noten"


In dichten Trauben drängeln sich die zahlreichen Besucher des 18. Kreismusikfestes anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Erpeler Tambour-Corps vor dem Festzelt

Ein tolles Fest der Musik in voller Harmonie feierte das Erpeler Tambour-Corps (TC)
das ganze Wochenende über mit seinen Gästen in der "Alten Herrlichkeit". Nach dem Einstimmungsabend mit der "Party-Fire" am Freitag konnte das Corps, das sein 40-jähriges Bestehen feiert, am Samstag und Sonntag zahllose befreundete Spielmannszüge, Bands und Corps begrüßen, die im riesigen Festzelt am Neutor zum 18. Kreismusikfest aufspielten.

"Musik ist die gemeinsame Sprache der Welt und hat mehr Freundschaften geschmiedet als Feindschaften entstehen lassen."

Mit diesen Worten fasste der Vorsitzende des Gastcorps, Ralf Frickel, die Meinung aller anwesenden Musikfreunde treffend zusammen.

Welche vereinende Kraft gemeinsames Musizieren hat, stellte das Tambour-Corps zu Beginn des Festaktes selbst unter Beweis. Mit dem Corps der Altaktiven spielten drei Generationen im Alter von zehn bis 74 Jahren den Verbandsmarsch "Europa ohne Grenzen".

Der war am Nachmittag bereits im Ort erklungen. Zum Höhepunkt des musikalischen Festumzuges durch den Ort hatten sich 15 Spielmannszüge und Corps in ihren farblich unterschiedlichen Uniformen mit Flöten und Trommeln vor dem Rathaus postiert, um gemeinsam diesen Marsch erschallen zu lassen. Ein erhebendes Schauspiel, von dem sich auch Landrat Rainer Kaul als Schirmherr sichtbar beeindruckt zeigte, bevor er Erpel verließ, um in Neuwied den rheinland-pfälzischen Kultursommer zu eröffnen.

An Polit-Prominenz fehlte es dennoch nicht beim Festkommers. So konnte Frickel beim Festkommers neben dem Hausherrn, Ortsbürgermeister Edgar Neustein, und dem Chef der Verbandsgemeinde Friedemann Schwarzmeier, auch den Bundestagsabgeordneten Werner Wittlich und den Landtagsabgeordneten Erwin Rüddel sowie den Kreisbeigeordneten Heinz-Jürgen Scheid begrüßen. Dieser überbrachte im Namen von Landrat Kaul die Glückwünsche der Kreisverwaltung.

"Bei uns schlägt die Musik eine Brücke zwischen den Generationen"

"Ohne die Musikvereine wäre die kulturelle Vielfalt in unserer Region nicht gegeben", erklärte er. Entsprechend groß fiel sein Dank für die langen Jahre ehrenamtlicher Arbeit aus. Mit diesem allein wollen sich die Musiker jedoch nicht zufrieden geben. "Wir fordern eine mit den Sportvereinen, damit auch unsere Übungsleiter finanziell unterstützt werden, forderte der Vorsitzende des Kreismusikverbandes Hermann Josef Esser und übergab den Politikern gleich eine vom Landesverband verfasste Resolution.

Wie angebracht eine solche Unterstützung wäre, verdeutlichten die Worte von Frickel zur Jugendarbeit. "Bei uns schlägt die Musik eine Brücke zwischen allen Altersklassen", erklärte er. Es sei immer wieder beeindruckend zu sehen, wie der Eifer der Jugend gepaart mit der Ruhe und Erfahrung des Alters zur Harmonie führe. Ohne diese beiden Motoren käme der Verein zum Stillstand. Mit der Musik als Bindeglied würde die Jugend Rücksichtnahme und Respekt erlernen, betonte der Vorsitzende.

"Wenn von Harmonie und Gleichklang, wie wir dies heute beim Vorspielen der Vereine gehört haben, in Deutschland mehr vorhanden wäre, könnten wir vieles einfacher bewerkstelligen", lobte Wittlich die Musiker. Speziell auf das Engagement des TC Erpel ging Bürgermeister Neustein ein. "Es gibt in unserem Ort keinen Verein, der so viel und so häufig etwas für die Dorfgemeinschaft tut wie das TC", betonte er. Seine Musiker seien zudem seit langem das Aushängeschild des Ortes.

Nach soviel Reden kam aber wieder die Musik voll zu ihrem Recht. Mit dem Stück "In alter Freundschaft" beendete der Kreisspielmannszug den offiziellen Teil des Festkommers. Kurz zuvor hatte Scheid dem Vorsitzenden des Kreisverbandes noch einige "Noten" überreicht, nach denen man zwar nicht spielen kann, die aber die Jugendarbeit des Verbandes maßgeblich unterstützen. Schnell verstaute Esser dieses angenehme Geschenk, kamen doch nach dem Abstecher an die Erpeler Promenade zu "Rhein in Flammen" die "Räuber" aus Köln auf die Bühne. Und die ließen in einem brechend vollen Festzelt nicht nur die "Vögelein vom Titicacasee" steigen. Ihren begeisterten Fans versprachen sie auch "Die Naach is noch e so lang, kumm loss mer fiere". Und so etwas lässt man sich in Erpel nicht zwei Mal sagen, auch wenn am Sonntag wieder ein anstrengender Tag zu absolvieren war.

Text: Horst-Dieter Küsters / alle Farb-Fotos: Brigitte Oberdries

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Aus der Geschichte des Tambour-Corps: Musik und Harmonie sind Tradition

General-Anzeiger Bonn vom 3./4. Mai 2003: 1887 taucht der erste "Tambormajor" auf

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