Erpeler Bacchus ist Heimatordensträger 2003
Unkeler Reporter Nr. 6 vom 6. Februar 2003

Irmgard Lerdo nahm für ihren Mann Werner Lerdo die Laudatio entgegen

Groß war die Überraschung und Enttäuschung des Kapitels der Heimatordensträger, als seine Mitglieder feststellen mussten, dass der diesjährige Ordensträger nicht an der Prunksitzung der Großen Erpeler KG teilnahm.

"Im Jahre 1958 wurde von der Gemeindeverwaltung Erpel in Verbindung mit der GEK der Heimatorden ‚Alt Erpilla' gestiftet, der seitdem einmal im Jahr für Verdienste um die Pflege und das Brauchtum sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten für die 'Alte und Freie Herrlichkeit' verliehen wird", erklärte Kapitelsprecher Heinrich Schwarz.


Irmgard Lerdo, in Vertretung für ihren erkrankten Mann, an der Seite des Sprechers des Ordenskapitel "Alt Erpilla" Heinrich Schwarz

Die geheime Wahl des jeweiligen neuen Ordensträgers erfolgt durch die bisherigen Träger des Ordens und die hatten sich vor einigen Tagen im mehr als 220 Jahre alten Rathaus für Werner Lerdo entschieden. Der aber war kurz nach dem Gottesdienst am Samstagabend krankheitsbedingt ins Bett geflüchtet. Und so bat Heinrich Schwarz die Ehefrau Irmgard Lerdo auf die Bühne, um ihr die Urkunde für ihren Mann zu überreichen. "Ich hoffe, dass Werner am Sonntag beim Altentag des Ortes wieder auf dem Damm ist, damit ich ihm den Orden übergeben kann", erklärte der Kapitelssprecher, der auf die Laudatio des neuen Mitglieds jedoch nicht verzichten wollte.

Bestens bekannt ist Werner Lerdo auch Nicht-Erpelern als Bacchus beim Weinfest, der seit vielen Jahren auf dem selbstgebauten Festwagen im Blütenkorso huldvoll seinem weinseligen Volk zuwinkt. Seit acht Jahren wird sein Bart Ende des Jahres dann immer länger und wechselt die Farbe von Grau nach Weiß, damit Werner Lerdo in seiner zweiten Rolle als Nikolaus die kleinen Erpeler zu guten Erwachsenen erziehen kann. Die hierbei von den Eltern gezahlten Spenden stellt er dem Missionswerk Pater Paul Becker zur Verfügung, das die Ärmsten der Armen in der Dritten Welt unterstützt und das Werner Lerdo seit 25 Jahren betreut. Seit rund 20 Jahren ist er Mitglied im Pfarrgemeinderat, dem er mehrere Jahre als Vorsitzender vorstand.

"Etliche Jahre war der neue Ordensträger zudem 1. Vorsitzender eines unserer größten Kulturvereine, des Tambour-Corps und auch die Tätigkeit des Schriftführers hat er in diesem Verein inne gehabt. Auf Werner Lerdo passt also der Satz, den ich vor einigen Jahren gelesen habe: Es ist kein Verdienst, in der Heimat geboren zu sein, Heimat muss man sich verdienen! Da dies bei unserem neuen Ordenträger eindeutig der Fall ist, haben wir wieder einmal nach einigen Diskussionen eine gute einstimmige Wahl getroffen", schloss Heinrich Schwarz seine Laudatio mit den besten Genesungswünschen an den neuen Kapitelkollegen. Text

Text und Foto: - DL -