Im strömenden Regen den Baum gestellt
Blick aktuell Nr. 18 vom 4. Mai 2006

Neutor bot den Zuschauern beim Maibaum-Aufstellen der Erpeler Junggesellen Schutz

Nicht der Schweiß, sondern Regen rann den Erpeler Junggesellen in Strömen über die Gesichter. "Der Mai ist gekommen, die Bäume schlagen aus!", hatte das Erpeler Tambourscorps am späten Sonntagnachmittag zwar am Neutor angestimmt. Glauben konnten die vielen Zuschauer den Musikern jedoch nur den zweiten Satz des bekannten Volksliedes angesichts der grünen Krone der schlanken, extrem hohen Buche, die von den Junggesellen auf den Parkplatz am nördlichen Entrée der "Alten und Freien Herrlichkeit" transportiert worden war. Von dem nahen Wonnemonat aber war nun wirklich nichts zu spüren. Denn zu dem Dauerregen gesellten sich auch noch Temperaturen, die eher denen um Weihnachten glichen.


Mit vereinten Kräften gelang es den regentriefenden Junggesellen, den Maibaum aufzustellen

Dessen ungeachtet machten sich die Junggesellen an die Arbeit, den Maibaum aufzustellen, nachdem ihre weiblichen Mitglieder dessen grüne Zweige mit bunten Bändern und angesichts der nahen Fußball-Weltmeisterschaft auch mit der Deutschland-Fahne geschmückt hatten. Extrem bog sich der lange Stamm der Buche durch, als er etwa die Hälfte der Strecke aufwärts hinter sich gebracht hatte.

"Wir sind der einzige Ort in der Umgebung, der keine 'pfimpfige' Birke als Maibaum aufstellt, sondern einen richtig schweren Baum", erklärte einer der kritischen Beobachter der Aktion stolz mit Blick auf die anderen Junggesellenvereine. Dafür kam der Erpeler plötzlich mächtig in Bedränqnis. Sei es, dass der Dauerregen die Seile zu rutschig gemacht hatte, sei es, dass einigen Junggesellen die Kräfte schwanden: Kaum hatte der Baum eine Höhe erreicht, dass sein Stamm nicht mehr mit den U-Profilen an den langen Stangen gesichert werden konnte, machte er sich auf einen gefährlichen "Rundkurs" über den Parkplatz. Da hielt es Michael Dung nicht länger an der betonierten Vertiefung, in die er den Stamm mit schweren Hammerschlägen hinein getrieben hatte. Wie die Stangenträger spurtete er zu den "Strippenziehern" und mit vereinten Kräften gelang es den Junggesellen, den Baum in die absolute Senkrechte zu ziehen, so dass er mit Ästen und Brettern sicher fixiert werden konnte.

Text und Foto: - DL -

Der Mai ist gekommen ... die Buche am nächsten Tag / Foto: Brigitte Oberdries