Der Heilige Nikolaus: Hat es ihn wirklich gegeben?
Unkeler Zeitung Nr. 48 vom 29. November 2001

Am 6. Dezember 345 (oder um das Jahr 350 n. Chr.) verstarb Nikolaus und wurde in Myra (Demre/Türkei) beigesetzt. Er galt als sehr barmherzig und mildtätig, und alles was er erbetteln konnte, gab er den Armen. Nach seinem Tode entstanden auch die Legenden, aber auch Begebenheiten über die Genesung von Kranken. Am 9. Mai des Jahres 1087 raubten italienische Seefahrer die Gebeine aus dem noch vorhandenen Sarkophag in Myra und gelangten mit ihnen nach Bari, wo sie in der Basilika St. Nicola verwahrt werden. Ebenso raubte ein Kreuzritter im Jahr 1092 einen Finger des Nikolaus und brachte diesen nach Nancy. Es werden auch Reliquien von Sankt Nikolaus in Freiburg verehrt.

Über den beliebten Volksheiligen gibt es kaum historische Daten. Bekannt ist unter anderem nur, dass er Bischof von Myra war, am Konzil von Nizäa im Jahr 325 n. Chr. teilnahm, und wohl im Jahr 350 verstarb. Seit dem 6. Jahrhundert wird Nikolaus in der Ostkirche verehrt. Im 9. Jahrhundert wurde er auch in Unteritalien und in Rom verehrt. Kaiser Theophanu brachte im 10. Jahrhundert die Verehrung des Heiligen nach Deutschland.

Sein Leben wurde im Laufe der Jahrhunderte mit vielen Geschichten geschmückt. Und dazu gehört auch die Geschichte eines Mannes, der drei Töchter hatte, und da er für diese kein Geld für die Aussteuer besaß, warf Sankt Nikolaus drei Klumpen Gold durch den Kamin. Sie fielen direkt in die zum Trocknen aufgehängten Socken. Daher stammt der Brauch, am Vorabend des 6. Dezember möglichst große Schuhe vor die Tür zu stellen.

Der Original-Sarkophag des Nikolaus von Myra
(verstorben 350 n. Chr)


Die Höhlengräber am Rand von Myra

Nun stellt sich die Frage, hat es den Nikolaus wirklich gegeben? Denn im Heiligen Nikolaus stecken gleich zwei Persönlichkeiten: Der bekannten Nikolaus von Myra, der im 4. Jahrhundert in Kleinasien lebte, und der Bischof von Pinora, der als Abt im 6. Jahrhundert in Myra ein Kloster gründete. Da es nicht ganz zu klären war, wer der "Richtige" ist, strich die katholische Kirche bei der Kalenderreform 1970 den Heiligen Nikolaus ganz aus dem Kirchenkalender, denn nur noch Heilige, deren Existenz genau gesichert ist, dürfen Platz im offiziellen Kirchenkalender haben.

Text und Fotos: Hans-Joachim Röder


Wohin mit dem Wunschzettel?

Post an den Nikolaus

So unterschiedlich Kinder nun einmal sind, so unterschiedlich sind auch die Wünsche. Gerade zur Weihnachtszeit werden fleißig Wunschzettel an den Nikolaus und das Christkind geschrieben. Nicht jedes Kind will sich jedoch darauf verlassen, dass ein Engel seinen Wunschzettel vom Fensterbrett holt und an den richtigen Adressaten weiterleitet. Folglich ergibt sich die Frage: "Wo wohnt denn der Weihnachtsmann?"

Die Deutsche Post hat hierauf eine einfache Antwort: Im Ortsteil von St. Nikolaus der saarländischen Gemeinde Großrosseln. Die Gemeinde liegt knapp 25 Kilometer südwestlich von Saarbrücken, dicht an der Grenze zum benachbarten Frankreich. Der Name des 1270 zum ersten Mal urkundlich erwähnen Ortes geht übrigens auf die damalige Gründung eines Nikolaus-Klosters zurück.

Jedes Jahr zu Weihnachten erreichen das himmlische Sekretariat Briefe von Tausenden von Kindern. Das weihnachtliche "Hauptgeschäft" liegt zwar beim Christkind, aber auch der Nikolaus als "Patron der Nächstenliebe" hat in dieser Jahreszeit alle Hände voll zu tun. Und so zieht er auch in diesem Jahr durch die Lande, wie er es bis in 16. Jahrhundert auschließlich getan hat. Um all die Kinderbriefe an den Nikolaus beantworten zu können, sind "himmlische Helfer" bis Mitte Dezember, unterstützt von der Deutschen Post, voll ausgelastet.

Und hier die korrekte Anschrift:
An den Nikolaus
66352 Großrosseln-St. Nikolaus