Pfarrfest rund um St. Severinus Erpel
General-Anzeiger Bonn vom 23. Oktober 2001

"Einsamkeit kann überwunden werden, wenn Menschen aufeinander zugehen und die Hände reichen, wo sie gebraucht werden", predigte der Erpeler Pfarrer Günter Lülsdorf am Sonntagmorgen, dem Namenstag des Pfarrpatrons St. Severinus.

Wo kein "Schlafwagenverhalten" in den Gemeinden praktiziert werde, könne man eine lebendige Kirche erleben, verkündete er. Und eine äußerst lebendige Gemeinde war rund um die Erpeler Kirche am Sonntag beim Pfarrfest präsent, das unter dem Motto stand "Miteinander Kirche sein".

Beim Boule geht's um ein "Schweinchen"

FOTO: FRANK HOMANN
Beschaulich und fair ging es beim Boule-Wettkampf im Schatten von Sankt Severinus zu

Nicht miteinander, sondern gegeneinander ging es beim großen Boule-Turnier um den begehrten Wanderpokal am Nachmittag auf dem Kirchplatz. Dabei wurde, dem Spiel mit den glänzenden Metallkugeln entsprechend, jedoch alles andere als verbissen gekämpft. Und so gestanden denn die "Unterlegenen" auch ehrlich ein, dass Andreas Schwager und Werner Engels im Kampf, dem "Schweinchen" am nächsten zu kommen, mit Glück und Können den Sieg zu Recht davon getragen hatten.

Kinderlachen war den ganzen Tag rund um die Kirche zu hören, etwa beim Spaßwettkampf nach der Prozession durch den Ort. Mit einfachen Mitteln ließen die Erpeler Kleinen im Rathaus "fite Rennfrösche" um die Wette rennen oder fächelten große Papierfische über eine Ziellinie.

Währenddessen spielte die Bruchhausener Blaskapelle im Pfarrsaal zum Frühschoppen auf. Fetzige Musik drang aus dem Gewölbekeller des Hauses, wo die Messdiener als DJs zum Tanz in der Kinderdisco einluden. Andere amüsierten sich auf der kleinen Wiese des Gebäudes, wo am Nachmittag sogar eine Mohrenkopf-Wurfmaschine aufgefahren wurde. Wer es etwas beschaulicher mochte, stöberte auf dem Bücherflohmarkt oder besuchte die Bücherei, die Gesellschaftsspiele vorstellte. Nach Generationen getrennt, feierten die Erpeler indes nur gegen 16 Uhr. Da hatte es viele der Kleinen in den Kindergarten gezogen, wo sie sich von Magier Wilfried Arndt verzaubern ließen.

Text: khd