Günther I. übernahm Kappe mit drei Fasanenfedern
General-Anzeiger Bonn vom 12. November 2001

Der heiß ersehnte Elfte im Elften war endlich gekommen


In Erpel übernahm Günther I. das Zepter

Am Vorabend und gestern ab 11.11 Uhr drehten die Jecken so richtig auf. Wer lenkt die Narrenschiffe in dieser Session? Dieses bei den meisten bestens gehütete Geheimnis lüfteten die verschiedenen Karnevalsgesellschaften. Je nach örtlichem Brauchtum traten die neuen Narrenherrscher in Zivil oder im Ornat ins Rampenlicht.

In Alt-Erpilla ist die prinzenlose Zeit endlich vorbei. Nach einem Jahr Abstinenz konnte der Vorsitzende der Großen Erpeler KG, Andreas Schwager, den Jecken im proppe vollen Bürgersaal nach langem Rätselraten wieder einen närrischen Regenten präsentieren: Seine Tollität Günther I. (Marx). Begleitet wird er in der Session nicht von seiner Frau Gertrud, sondern von Pagin Ann Hirschberg sowie von Adjutant und Prinzenführer Meinhard Kreiser.

"Alaaf dem Erp'Ier Karneval, lasst Frohsinn walten überall", verkündete er als sein Motto im "Erpeler Narrentempel", nachdem ihm Schwager mit den drei langen Fasanenfedern und der Narrenpritsche die Zeichen seiner Macht überreicht hatte.

Zumindest der Bürgersaal war am 11. im 11. um 11.11 Uhr bereits fest in der Hand der Narren, denn "Nur einmal im Jahr ist Karneval", spielte das Tambourcorps. Und die Narren wissen, dass die Zeit optimal genutzt werden muss, so kurz wie dieses Jahr die Session ist. "Macht üch Freud' in Gottes Namen, von jetzt bis Aschermittwoch, Amen", rief ihnen denn auch ihr Herrscher zu. Den kirchlichen Segen hat er allemal, sorgt der 63-jährige Steuerberater als Kollekte-Sammler während der Messen doch dafür, dass die "Scheinewerfer" ständig zunehmen, wie Pfarrer Günter Lülsdorf verriet.

Text: khd

Prinz Günther I. führt die Narren
Unkeler Zeitung vom 15. November 2001

Die prinzenlose Zeit hat endlich ein Ende

Nun treibt er wieder sein Unwesen der "treue Husar" in der superjeilen Zick der fünften Jahreszeit. Die wird für die Bürger am Fuß der Ley dieses Mal aber besonders närrisch werden. Denn: "Die prinzenlose Zeit in Erpel hat endlich ein Ende. Nach einem Jahr ohne narrischen Führer haben wir wieder eine Tollität", verkündete Andreas Schwager, der Vorsitzende der Großen Erpeler KG am 11. November, 11.11 Uhr, frohgelaunt im voll besetzten Bürgersaal, den die Erpeler Jecken bei dieser guten Nachricht im Handumdrehen in einen richtige Narrentempel verwandelten. Wer es aber sein würde, dass war noch ein großes Geheimnis. Das wusste nur der kleine Kreis des Elferrates und der hielt dicht bis 1211 Uhr. Die anderen Bürger der Alten Herrlichkeit durften solange noch Tippzettel abgeben.

Der neue Erpeler Prinz heißt Günther I. und wird begleitet von seinem Adjutanten Meinhard Kreiser und der Pagin
Ann Hirschberg

Und bei den Jecken im Saal lag Peter Eich ganz weit vorne – aber weit gefehlt: Der neue Erpeler Prinz heißt Günther I. (Marx). Angeführt vom Tambourcorps zog er mit seinem Adjutanten Meinhard Kreiser und der Pagin Ann Hirschberg unter dem Jubel der Narren ein. "Unsere Tollität hat beim Erbsensuppenessen in der vergangenen Session den Entschluss gefasst, den Prinz zu machen, weil er meinte: Karneval ohne Prinz ist eigentlich eine traurige Veranstaltung", erzählte der Vorsitzende. Außerdem habe sein jetziger Adjutant schon seit 1990, als Heinz Höse Prinz war, gequengelt, Günther Marx solle Prinz von Erpel werden. Treibende Kraft bei der Entscheidung sei jedoch Hildegard Höse gewesen, die Großmutter der Pagin. Dann aber schritt Andreas Schwager zur Tat und überreichte Günther I. mit den drei langen Fasanenfedern an der Prinzenmütze und der Narrenpritsche die Insignien seiner Macht und die Jecken hielt es nicht mehr auf ihren Sitzen.

"Wer hier im Saal mich noch nicht kennt,
hat 30 Jahr im Ort verpennt",

verkündete der 63-jährige Steuerberater in seiner Proklamationsrede in vollendeter Versform.

"Macht Euch vill Freud in Gottes Namen
von jetzt bis Aschermittwoch, Amen",

forderte er die Narren auf – getreu dem diesjährigen Sessionsmotto

"Alaaf dem Erp'ler Karneval,
lasst Frohsinn walten überall!"

Seine Regentschaft werde allerdings nicht ganz einfach, warnte Bürgermeister Edgar Neustein den Prinzen, der den Saal im Nu für sich eingenommen hatte. Spätestens am Sonntag vor der heißen Phase des Fasteloovend bekäme er mit der Erstürmung des Rathauses Schwierigkeiten, denn das Stadtsäckel sei leer. "Bislang hast Du als Steuerberater dafür gesorgt, dass die Erpeler möglichst wenig Steuern zahlen. Ab Aschermittwoch erwarte ich jedoch, dass unsere Gemeinde nach deiner Regentschaft schwarze Zahlen schreibt", gab der Bürgermeister der Tollität mit auf den Weg. Damit würde er, ernsthaft gefordert, wohl keine Schwierigkeiten haben, mutmaßte Pfarrer Günter Lülsdorf, der bei der Namensähnlichkeit zur Tollität Spekulationen zurückwies, er könne als Günter II. dessen Nachfolger werden.

Als engagiertes Mitglied der Gemeinde sorge Günther Marx bei den Sammlungen mit dem Klingelbeutel dafür, dass die "Scheinewerfer-Kollekte" ständig zunehme, berichtete der Pfarrer, bevor er sich ein Bützje von der Pagin abholte. "Bei so 'nem Prinz und diesem Gefolge kann das nur eine tolle Session werden", war sich Friedemann Schwarzmeier, Verbandsgemeindebürgermeister und früherer Sitzungspräsident der GEK, sicher. Und dass dazu auch die Erpeler Bühnen-Asse beitragen werden, davon überzeugten die Veedelmöhne, die "Space Girls", die "Leev Pänz" und nicht zuletzt die Prinzengarde mit ihrem Gardetanz im anschließenden Showprogramm den "jungen" Narren-Adligen auf Anhieb.

Text und Foto: DL

Wer wird Prinz Karneval?

Karnevalsauftakt