Erpeler Ley ist einer der Höhepunkte
General-Anzeiger Bonn vom 26. Juli 2001

Mit Erhard Gaksch vom Eifelverein Linz geht es über den Rheinhöhenweg und durch das Kasbachtal

 

Die Erpeler Ley thront hoch über dem Weinort Erpel und ist einer der Höhepunkte, die Wanderer auf der Lieblingsstrecke von Erhard Gaksch erwarten. "Bei gutem Wetter kann man von hier aus bis weit in die Eifel schauen", schwärmt er. Die Route über die Rheinhöhen zwischen Linz und Erpel gehört aber nicht nur wegen der schönen Aussicht zu seinen Favoriten: Auch die wechselnde Landschaft und kulturelle Sehenswürdigkeiten lassen diese Wanderung zu einem Erlebnis werden.

 

Rundgang in der Stadt

Gaksch weiß, wovon er spricht. Seit 1976 ist er Mitglied in der Ortsgruppe Linz des Eifelvereins, seit sieben Jahren deren Wanderwart. Nahezu alle schönen Pfade der Umgebung hat er auf Schusters Rappen schon erkundet.

Die Wanderung beginnt mit einem Rundgang durch die Linzer Altstadt. Vom Burgplatz geht es vorbei am Marktplatz mit der Mariensäule und dem historischen Rathaus über Buttermarkt und Brüderstraße.

"Es wäre viel zu schade, die Innenstadt auf dieser Wanderung nicht mitzunehmen", sagt Gaksch. "Selbst für Ortskundige ist es immer wieder schön, die schmucken Fachwerkhäuschen anzuschauen." Wer die Bunte Stadt richtig kennenlernen möchte, dem empfiehlt er eine einstündige Stadtführung, die sich vormittags gut einbetten lasse.

Foto: Frank Homann
Das Kasbachtal bietet nicht nur Fotografen schöne Motive


Insekten, die von Blüte zu Blüte fliegen, gehören ebenso dazu wie malerische Pfade und Waldwege

Herrliche Fernblicke kennzeichnen die Strecke

Weiter führt die Wanderroute dann Richtung Ockenfels über den Rheinhöhenweg. Gaksch: "Von dort kann man herrliche Fernblicke genießen." Durch Ockenfels und Kasbach – als Hinweis, dass hier die Diözesen Trier und Köln aufeinander stoßen, sind die beiden Wappen in den Boden eingelassen – geht es zur Erpeler Ley. Dort laden die großzügige Aussichtsplattform und die Gaststätte Bergesruh zum Verweilen ein.

Ausgeruht führt die Wanderung durch Wald und Felder bis nach Bruchhausen. "Besonders sehenswert ist hier die Wallfahrtskirche aus dem Jahr 1230 mit wertvollen Heiligen-Skulpturen und dem ‚Totentanz' - einem Ölgemälde aus dem 17. Jahrhundert", berichtet der Wanderwart. Naturfreunde kommen im Kasbachtal auf ihre Kosten: Immer am Bach entlang schlängelt sich der Wanderweg durch das verwilderte Tal hinab bis zur Steffens-Brauereischänke. Gaksch empfiehlt eine Rast, immerhin haben die Wanderer bis dahin schon 13 Kilometer zurückgelegt. Sollten die Füße streiken, hat der Wanderwart einen ganz besonderen Tipp parat:
"Es besteht die Möglichkeit, sich mit der historischen
Drachenlandbahn nach Linz zurück chauffieren zu lassen." Die gestandenen Wanderer folgen nach ausgiebiger Stärkung der Straße abwärts bis Kasbach. Schräg über die Straßengabelung nach Ohlenberg hinüber trifft man zwischen den Häusern auf einen schmalen Fußweg", erklärt Gaksch. "Diesem folgend geht es unter dem Bahnviadukt hindurch auf einem Wiesenweg hinauf zum Kinderarten Ockenfels und von dort aus rechts wieder auf den Rheinhöhenweg."

Text: Gabriela Quarg


Weitere Informationen zur Wanderung

Für die hier vorgestellte 16-Kilometer-Strecke sollten Wanderer viereinhalb Stunden reine Wanderzeit einplanen. Die Strecke ist für jeden Wanderer gut zu bewältigen. Da der Weg durch das Kasbachtal nach Regen oft sumpfig ist, sind feste Schuhe angebracht.

Die Wanderung beginnt am Linzer Burgplatz. Nach dem Rundgang dort (Informationen zu Stadtführungen unter Tel. 02644/19433) geht es von der evangelischen Kirche aus über den Fußweg zwischen den Straßen "Lohhohl" und "Im Bondorf" auf eine Anhöhe. Dort beginnt der mit einem "R" markierte Rheinhöhenweg. Über Erpeler Ley und Bruchhausen geht es zur Schutzhütte, dahinter rechts über den Wanderweg B 9 bis zur Straße Bruchhausen-Kretzhaus. Die Straße wird überquert, dann geht es hinunter ins Kasbachtal. Von dort aus folgt man dem Wanderweg E 2.

Eine Wanderkarte Nördlicher Naturpark Rhein-Westerwald und Siebengebirge" hat der Heimat- und Verschönerungsverein Windhagen erarbeitet, die im Buchhandel erhältlich ist.

Die Gaststätte Bergesruh, Tel. 02644/3324, ist mittwochs bis freitags ab 12 Uhr geöffnet, samstags ab 11 Uhr, sonntags ab 10 Uhr; die Gaststätte der Steffens-Brauerei, Tel. 02644/980780, täglich außer montags ab 11 Uhr. Die Drachenlandbahn fährt ab Brauerei bis Oktober von 10.43 Uhr und 17.43 Uhr stündlich.