Ein Kleinod sakraler Baukunst
Unkeler Zeitung Nr. 13 vom 29. März 2001

Die Erpeler Pfarrkirche
St. Severinus wird renoviert
– Umbauten gehören zur Geschichte

 

Die im historischen Ortskern angesiedelte wuchtige und kulturhistorisch wertvolle katholische Pfarrkirche St. Severinus mit über 800 Jahren Kirchengeschichte, gelegen neben dem barocken Rathaus des 18. Jahrhunderts, wird zur Zeit im Außenbereich gründlich renoviert. Nach Abschluss der noch Wochen andauernden Renovierung wird die Pfarrkirche im neuen Glanz erscheinen. Zu den ausgeführten Arbeiten an der dreischiffigen Emporenbasilika, erbaut im spätromanischen Baustil, gehören im Wesentlichen die Sanierung des Mauerwerks, auch bedingt durch Hochwasserschäden, und Renovierungen der Seitendächer sowie ein neuer Turmanstrich, so Pfarrer Günter Lülsdorf.

Die "verpackte" Pfarrkirche
Bauarbeiten an der Kirche St. Severinus

Verschiedene An- und Umbauten sowie Renovierungen bestimmen die lange Geschichte dieser Pfarrkirche im Herzen des Ortes. Bereits an den damals vorhandenen Turm wurde im 13. Jahrhundert eine neue Kirche angebaut.

Im Jahr 1751 erhielt die Kirche ein neues Erscheinungsbild. Dazu gehören, dass "der Turm ein neues Dach erhielt, die baufälligen Seitentürme wurden abgetragen, die Emporen bis auf einen kleinen Rest beseitigt und die Seitenschiffdächer erhöht", so der Text in der Broschüre, "Rheinische Kunststätten, Erpel am Rhein". Die Folge nach den baulichen Änderungsarbeiten – verantwortlich war damals der Kölner Baumeister Nikolaus Krakamp – des Jahres 1751: Eine größere Höhe und mehr Helligkeit, wodurch auch mehr Raum geschaffen wurde.

In den Jahren 1960 bis 1967 wurden erneut umfangreiche Renovierungen durch den Siegburger Architekten Hans Lob durchgeführt. Eine Folge: Bedingt durch die Arbeiten wurde der spätromanische Baustil mit dem Emporengeschoss wieder hergestellt. Weitere Renovierungsarbeiten im Außenbereich wurden vom Restaurator Johannes Hartmann aus Bruchausen durchgeführt.

Die Erpeler Pfarrkirche bleibt mit den Kunstschätzen – und auch den durchgeführten Renovierungen – ein Gotteshaus, das insgesamt ein sehenswertes Kleinod sakraler Baukunst ist. Zudem sagt die Legende, dass in der Erpeler Pfarrkirche St. Severinus das Patronat des Heiligen Bischof die enge Verbindung zu Köln zeigt. Die freie Herrlichkeit Erpel unterstand keinem weltlichen Fürsten, sondern dem Kölner Domkapitel. Hieraus resultiert auch die Aussage "Unter dem Krummstab lässt sich gut leben", so der Erpeler Ortsbürgermeister Edgar Neustein. Hier in der "Freien Herrlichkeit Erpel" lagen im Jahr 1164 die Gebeine der Heiligen Drei Könige, als Erzbischof Rainald von Dassel seine Fahrt von Mailand nach Köln mit den Gebeinen der Heiligen drei Könige in Erpel kurz unterbrach. Daran erinnern im Erpeler Wappen unter anderem die drei goldenen Kronen.

Text und Foto: Hans-Joachim Röder

 

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