Auch in Erpel waren die Sternsinger von Haus zu Haus unterwegs
Blick aktuell Nr. 2 vom 12. Januar 2006

Auch in der Krippenlandschaft von Sankt Severinus sind die heiligen drei Könige am Stall angekommen

Es ist Freitagnachmittag 18 Uhr. Schnell packt Anni Duisdorf in der Erpeler Pfarrkirche Sankt Severinus die Heiligen Drei Könige mit ihren prächtigen Gewändem samt ihrem bediensteten Kameltreiber aus dem großen Karton aus und platziert Caspar, Meichior und Balthasar vor dem Stall von Bethlehem. Gemeinsam mit Regine Muß hatte sie die Krippe vor Weihnachten direkt links am Eingang zum Mittelschiff aufgebaut.

"Jetzt ist es aber höchste Zeit, auch die Heiligen Drei Könige aufzustellen", erzählt sie, denn gleich, pünktlich am Festtag Epiphanias soll der Aussendegottesdienst der Sternsinger beginnen. Und schon ziehen die zusammen mit Pfarrer Günter Lülsdorf und den Messdienern in die Pfarrkirche ein. "Ab morgen werdet Ihr von Haus zu Haus ziehen und den Menschen die Frohe Botschaft vom Kind in der Krippe verkünden, zu dem der Stern von Bethlehem die drei aus dem Morgenland geführt hat", erklärte der Geistliche.

Gleichzeitig sammeln auch die Erpeler Sternsinger, die, wenn auch nicht ganz so kostbar wie Könige, so doch orientalisch-farbenfroh gekleidet sind, für Kinderprojekte, mit denen den Ärmsten in der Dritten Welt geholfen werden soll. "Auch wenn Peru dieses Jahr das Beispielland ist, geht die Hälfte Eurer Sammlung ganz konkret an ein Waisenhaus auf Haiti, das von Pater Garry geleitet wird, den wir auf dem Weltjugendtag in Köln kennen gelernt haben", berichtete Pfarrer Günter Lülsdorf.


Auch vor der Erpeler Krippe sind die Heiligen Drei Könige rechtzeitig am 6. Januar angekommen


An Epiphanias feierte die Gemeinde Sankt Severinus den Aussendegottesdienst ihrer Sternsinger

Auch nach dem Bürgerkrieg herrsche auf der Insel der Großen Antillen immer noch politisches Chaos. Aids sei sehr verbreitet und viele Kinder hätten ohne Vater und Mutter keine Chance, eine entsprechende Schulbildung zu genießen und müssten hungernd unter erbärmlichen Umständen dahin vegetieren. "Nach der Spende schreibt ihr dann den alten Segensspruch ›Christus mansionem benedictat‹ über die Türe", unterwies der Pfarrer die jungen Sternsinger, um sich sogleich an die Erwachsenen zu wenden: "Begegnen wir den Sternsingern morgen mit offenen Herzen und offener Hand", wünschte er sich.

Das dürfte in Erpel eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, ist die Verbundenheit des Ortes mit den Vorbildern der Sternsinger doch sehr groß. Schließlich führt die "Alte und Freie Herrlichkeit Erpilla" die Kronen der drei Könige im Wappen in Erinnerung an ihre wohl berühmtesten "Gäste". Sollen die Gebeine der nie heilig gesprochenen Könige aus dem Morgenland doch auf ihrer Reise aus dem von Friedrich Barbarossa zerstörten Mailand nach Köln 1262 doch in Sankt Severinus letzte Station vor dem Einzug in die Domstadt gemacht haben, die Reichskanzler und Erzbischof Arnold von Dassel mit diesen wertvollen Reliquien zu einem der größten Wallfahrtsorte in Deutschland gemacht hatte.

Text und Fotos: - DL -