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Kunstausstellung im Erpeler Tunnel: Zeitzeugen stehen im Fokus

Außer Musik und Theater gibt es jetzt auch Kunst im Tunnel. Die Kulturstätte des ad Erpelle Kunst- und Kulturkreises Erpel bietet den passenden Raum für die von Thomas R. Jahn und Hanne Kubach gestaltete Ausstellung mit dem Titel "Zeitzeugen".



Indem sie Zitate von Zivilisten, die beim Kampfgeschehen um die Ludendorffbrücke im Erpeler Tunnel Schutz suchten, auf großen Bannern darstellen, wollen die beiden Fotokünstler den Blick von der rein militärischen Betrachtung der historischen Ereignisse weglenken und die betroffenen Menschen in den Mittelpunkt stellen: „Wir befinden uns hier an einem Ort mit einer besonderen und bewegenden Geschichte. Die Ludendorff-Brücke, die man damals im Volksmund die Erpeler Brücke nannte, wurde wegen ihrer militärisch-strategischen Geschichte als die Brücke von Remagen weltberühmt. Doch ist es richtig, jenes, was hier und überall im Land geschah, überwiegend aus der militärischen Perspektive zu betrachten und zu fragen: Was wäre gewesen, wenn ...? Uns hat die andere Seite dieser Geschichte um diesen Ort interessiert. Was haben die Menschen hier in Erpel und in Remagen erlebt und erlitten während der Monate der Bombardierung der Gemeinden am Rhein, die stark zerstört wurden. Wir möchten jene zu Wort kommen lassen, die an diesem Ort und im so genannten Zwergenloch Zuflucht suchten."

Die Zivilisten im Tunnel fanden sich damals plötzlich völlig ungeschützt zwischen den Fronten und handelten mit bewundernswertem Mut und in dem totalitären System lebensgefährlicher Zivilcourage: Nur weil sie mit weißen Tüchern zwischen die Kämpfer traten, wurde die drohende Katastrophe eines Beschusses des Tunnels verhindert.

Damit die Geschichte nicht abstrakt bleibt und auch in die Gegenwart hinein wirkt, haben die beiden Künstler den Zitaten Fotos von heute in Erpel lebenden Kindern gegenüber gestellt. So entsteht eine Brücke von den damaligen Kriegsereignissen in unsere zumindest bei uns friedliche Zeit, eine Spannung, die zum Nachdenken führt, denn auch für die Menschen, die es nicht anders kennen gelernt haben, ist der Friede keine Selbstverständlichkeit. Auch gegen die Zeitgenossen, die wieder nationalistische Töne in die Welt hinausposaunen, wendet sich der Appell der Künstler.

Der ad Erpelle Kunst- und Kulturkreis ist sehr erfreut, dass der damals 17-jährige Flakhelfer und spätere Innenminister des Landes Rheinland-Pfalz Heinz Schwarz die Schirmherrschaft übernommen hat und bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitag, dem 18. Mai 2018 um 18.00 Uhr ein Grußwort sprechen wird.
Die Ausstellung ist während der Spielzeit des Theaterstücks "Die Brücke" vom 18. Mai bis zum 10. Juni 2018 jeweils zwei Stunden vor den Aufführungen geöffnet.

09:28:48 am 04.05.2018 von Erpel - Kategorie: Presse

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