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Lösung für Brücke gesucht

Tendenz bei allen Beteiligten: Gegen eine Komplettsanierung des Bauwerks in Unkel-Heister

Einmal mehr ist die marode Heisterer Flutbrücke Gegenstand von Diskussionen in Erpel. Die CDU Erpel fordert, schnell eine Lösung zu finden, mit der alle Beteiligten einverstanden sind.

Seit rund 30 Jahren ist die Heisterer Flutbrücke ein Zankapfel zwischen den Gemeinden Erpel, Bruchhausen und Unkel. Zwischen Sanierung und Abriss bewegen sich die immer wiederkehrenden Diskussionen. Die Gemengelage ist unübersichtlich. Kernpunkt sind uralte Vereinbarungen und die Besitzverhältnisse der Brücke: Eigentümer war früher das Kirchspiel Erpel. Seit dessen Auflösung Mitte der 80er-Jahre sind die Gemeinden Erpel und Bruchhausen sowie die Stadt Unkel die Rechtsnachfolger und müssen entsprechend den Eigentumsverhältnissen zahlen. "Erpel hat einen Vertrag zu erfüllen", mahnte die Erpeler Bürgermeisterin Cilly Adenauer, die zusammen mit der Erpeler CDU dem vor sich hin bröselnden Bauwerk mal wieder einen Besuch abstattete, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen.

Auf Einladung der CDU Erpel besichtigten Interessierte die marode Erpeler Flutbrücke. Rund 650.000 Euro wird es kosten, die Brücke zu sanieren.
Auf Einladung der CDU Erpel besichtigten Interessierte die marode Erpeler Flutbrücke. Rund 650.000 Euro wird es kosten, die Brücke zu sanieren.

Jetzt soll zeitnah eine einvernehmliche Lösung für das Bauwerk, das nach dem großen Hochwasser 1926 als hochwasserfreie Verbindung gebaut wurde, gefunden werden. Der Unkeler Stadtrat sprach sich in seiner jüngsten Sitzung bereits dafür aus, das Ingenieurbüro Werner Henneker zu beauftragen, als Grundlage für Förderanträge, eine Kostenschätzung für die Sanierung der Brücke zu erarbeiten. "Das Geländer ist ein Sicherheitsproblem, und das Brückengewölbe weist erhebliche Mängel auf, die Abdichtung muss erneuert werden", führte Henneker aus, den das Brückenbauwerk auch schon seit 1996 immer mal wieder beschäftigt. "Rund 650.000 Euro wird es kosten, die Brücke zu sanieren. Wenn man noch lange wartet, werden die Schäden noch größer", erläuterte Henneker den Teilnehmern, die das Brückenproblem zum Teil lautstark diskutierten.

Dabei scheint eine Komplettsanierung mittlerweile niemand mehr wirklich zu wollen. "Die betroffenen Anwohner im Hangbereich wollen die Brücke mehrheitlich nicht", sagten Knut von Wülfing und Judith Barth, beide von der Unkeler CDU und Anwohner des betroffenen Gebiets. Auch viele Heisterer wollen die Sanierung nicht – und die Erpeler, die finanziell den Löwenanteil zu stemmen hätten, gleich gar nicht. "Wir müssen die Sanierung unserer Schule bezahlen. Für das hier haben wir kein Geld", so der Tenor.

Jetzt ist Handlungsbedarf angezeigt. Die Deutsche Bahn beginnt bald mit dem Bau einer Doppelschranke an der Brücke, die allerdings völlig unsinnig wäre, wenn die Brücke abgerissen wird. "Wenn die keine Schranke mehr bauen müssen, weil wir keine Brücke mehr haben, beteiligen die sich vielleicht an den Abrisskosten oder den Kosten die Fußgängerunterführung und den Wirtschaftsweg auszubauen", hofften einige Teilnehmer. "Die Gemeinden müssen sich zusammensetzen und alles noch mal überdenken", sagte Adenauer. "Auch der Vertrag muss noch mal daraufhin überprüft werden, wer was verlangen kann", meinte die Erpeler CDU-Vorsitzende Gisela Stahl. Wenn alle dasselbe wollen, könnte sicher auch der uralte Vertrag in der Schublade verschwinden.

Rhein-Zeitung vom 19. April 2010 / Text und Foto: Sabine Nitsch

08:24:00 am 20.04.2010 von Erpel - Kategorie: Presse

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