Tausende sehen den Blumenkorso
Rhein-Zeitung vom 17. September 2007

Erpeler Weinfest begeistert die Besucher – Heute geht es weiter


Die Erpeler Leyen grüßten das angereiste Volk beim Blumenkorso kokett vom Prunkwagen

Das Erpeler Weinfest hat in den ersten drei Tagen die Besucher in seinen Bann gezogen. Der Höhepunkt war am Sonntag der traditionelle Blumenkorso. Vor allem, weil das Wetter mal wieder mitspielte und die Weinkönigin sich von ihrer besten Seite zeigte.

"Vor uns liegen vier weinfrohe Tage", versprach Ortsbürgermeister Edgar Neustein am Freitagabend bei der offiziellen Eröffnung des Erpeler Weinfestes im romantischen Weindorf. Bereits vor Einbruch der Dämmerung hatten sich zahlreiche Kinder mit Fackeln am Haus der Regentin in der Grabenstraße versammelt, um Weinkönigin Heike Scholl und ihre Weinprinzessinnen Anika Bent und Anna Kenn samt Bacchus Carlo Heinicke mit einem Fackelzug, angeführt vom Tambour-Corps Erpel 1963, durch den historischen Ortskern ins Weindorf zu geleiten.

Lampenfieber bei Königin

Weinkönigin Heike Scholl und ihr Bacchus waren auf so viele Weinfestgäste wohl nicht vorbereitet - das Lampenfieber war beiden anzumerken. Mit ihrem Weinspruch, in dem sie bekannte "Mein Herz schlägt für Erpel, die Perle am Rhein", eroberte die neue Regentin jedoch sofort die Herzen des Publikums und lud ihre Untertanen ein, fröhliche Weinfesttage zu feiern. Die Feststimmung, die sich schnell im Weindorf ausbreitete, wurde erst kurz vor Mitternacht durch den einsetzenden Nieselregen gedämpft. Für Bernd Walbrück, Leiter des Blumenkorsos, der am Sonntag durch die "Herrlichkeit" zog, war das Wetter jedoch ein gutes Zeichen. Seine Prognose lautete: "Wenn es beim Fackelzug der Weinkönigin nieselt, scheint beim Blumenkorso die Sonne".


Die Weinkönigin wurde von einer Blütenkrone gekrönt. Die Regentin zeigte sich von ihrer besten Seite.

Was wäre ein Weinfestzug ohne Winzer? Ein gut gefüllter Wagen stand jederzeit zur Verfügung.

Er sollte richtig liegen. Bei Kaiserwetter zog der Festzug unter dem Motto "Weinbergslagen am Unteren Mittelrhein" mit 15 Motivwagen, auf denen insgesamt 50.000 Blumen verarbeitet worden waren, durch den historischen Ortskern.

Begleitet wurden die bunt geschmückten Festwagen von vielen farbenprächtigen Fußgruppen und Musikkapellen. 150 Erpeler Grundschulkinder nahmen als Sonnenkinder, Edelfräulein, Ritter, Römerinnen und Römer oder als weinselige Teufelchen teil.

Ein Höhepunkt des Zuges war natürlich der mit Tausenden von Blüten geschmückte Prunkwagen von Weinkönigin Heike Scholl und ihren Weinprinzessinnen. Auch die Jubiläumsweinköniginnen von 1957, Billa Frickel, und von 1982, Anja Eichhorn, zogen in einem eigenen Wagen durch die Straßen, die von Tausenden Zaungästen gesäumt waren. Während die Fußgruppen und Motivwagen im ersten Teil des Festzuges Weinbergslagen am Unteren Mittelrhein vorstellten, erinnerte der zweite Teil des Blumenkorsos unter dem Motto "Wir waren dabei" an die Teilnahme am Wettbewerb "SWR-Hammerdorf Juli 2007". Mit von der Partie waren "Die Einwohner von Entenhausen", die "Hammerdorf-Aktivisten" und die "Panzerknacker-Bande".

Lange Nacht

Nach einer langen Weinfestnacht am Samstag, deren Höhepunkt das Fensterkonzert der holländischen Musikgruppen "Timbre Tajiri" und "Die volle Bloas" war und das mit einem Weihnachtslied samt Kunstschnee endete, feierten die Erpeler bis sechs Uhr in der Früh.

Bürgermeister Edgar Neustein war mit der Resonanz auf das Weinfest im Rückblick mehr als zufrieden. "50 Prozent der Gäste waren Erpeler", freute er sich beim traditionellen Rathausempfang der Weinkönigin am Sonntag, als sich die Wein-Regentin ins Goldene Buch der Stadt eintrug. Auch heute wollen die Erpeler noch einmal kräftig feiern. Ab 18 Uhr ist das Weindorf geöffnet, das Fest klingt mit dem Bürgerdämmerschoppen aus – musikalisch begleitet durch die "Lau-Sitzer".

Text und Fotos: Sabine Nitsch