Brauchtumsverein "Freunde des Erpeler Weinfestes" hatte eingeladen
Ein charmantes Trio repräsentiert den Weinort
Blick Aktuell Nr. 35 vom 31. August 2006

Weinkönigin Nicole und ihre Prinzessinnen fiebern dem Erpeler Weinfest entgegen – Carlo Heinicke ist der neue Bacchus


Militärisch stramm von den Offizieren der Junggesellen flankiert und mit Bacchus im Rücken hatte Weinkönigin Nicole mit den Prinzessinnen Sarah (r.) und Natali (l.) gut lachen

Mehr Bilder >>>

Bis auf den letzten Platz gefüllt war der Bürgersaal von Erpel am Samstagabend, hatte der Brauchtumsverein "Freunde des Erpeler Weinfestes" doch zur Vorstellung der neuen.Weinkönigin in die gute Stube des Ortes eingeladen. Und auf die Lüftung dieses Geheimnisses warteten die Gäste, unter diesen natürlich Bürgermeister Edgar Neustein und die 1. Beigeordnete der Verbandsgemeinde, Cilly Adenauer, mit Spannung. Zunächst aber sorgten die Cillinchen für Entspannung. Der Kinder- und Jugendchor enfführte die Besucher unter Leitung von Gerald Charlier auf Schloss Eulenstein, wo pünktlich zur Geisterstunde der Geburtstag des 1000-jährigen Flaschengeistes aus ihrer neuen Kinderoper gefeiert werden sollte.

Bis Mitternacht mussten die Erpeler natürlich nicht warten, bis sie das Motto ihres diesjährigen Weinfestes "Feste feiern mit Wein vom Rhein" umsetzen konnten. Das taten sie von Beginn an in vollen Zügen, auch wenn sie sich zunächst von Weinkönigin Anka und ihren Prinzessinnen Eva und Svenja, den Majestäten des Vorjahres, verabschieden mussten. "Ihr habt Erpel während eurer Regentschaft toll repräsentiert", dankte die 2. Vorsitzende des Brauchtumsvereins, Ex-Weinkönigin Brigitte Schleiden, dem jungen Trio, das sich mit einer Power-Point-Präsentation ihrer Weinfest-Highlights verabschiedete. "Abschied nehmen mussten wir, aber leider für immer, von unserem Bacchus Pater Bach" erinnerte der Vorsitzende Werner Henneker an den beliebten Weingott-Repräsentanten, der vor allen von seinen Freunden vom Kegelklub "Erpeler Kännchen" schmerzlich vermisst wird. "Aus deren Reihen kommt auch unser neuer Bacchus, Carlo Heinicke, der diese Aufgabe sicher bestens meistern wird", stellte er den neuen Weingott. vor. Der 55-Jährige wohnt mit seiner Frau Roswitha und Sohn Benjamin seit zehn Jahren in Erpel. Und in dieser Zeit ist mir der Ort so ans Herz gewachsen, dass ich mich freue, ihn während des schönsten Festes des Jahres mit zu repräsentieren", erklärte die neue Gottheit, wenn auch noch sichtlich nervös. Bacchus in Erpel zu sein, sei für ihn mindestens so schön wie Karnevalsprinz in Köln zu sein, erklärte er. "Ich bin stolz, die Nachfolge von meinem Freund Peter Bach antreten zu dürfen und hoffe, dass ich Euch ein vergleichbar guter Weingott sein werde", schloss er seine Vorstellung unter dem Jubel der Gäste.
Der wollte nicht enden, als das Tambourcorps des Ortes die neuen Majestäten, flankiert von den Offizieren der Junggesellen, Hauptmann Michael Dung und Leutnant Philipp Krüger, in den Saal geleitete. "Nicole Heinrichs ist unsere neue Weinkönigin. Und sie wird von ihrer Schwester Sarah Julia sowie von Natali Kuhn als Prinzessinnen begleitet", stellte Werner Henneker das charmante Trio vor. Als Beweggrund, Weinkönigin zu werden, habe die 24-jährige Floristin einfach angegeben: "Spaß an der Freude". "Und den werde man mit ihr nicht nur an diesem Abend, sondern auch bei unserem viertägigen Weinfest haben", versicherte der Vorsitzende. Trinkt Bacchus Carlo am liebsten einen guten Roten von der Ahr, so ist ein lieblicher Federroter der Lieblingswein der Weinkönigin, während ihre 19-jährige Schwester generell Rotwein bevorzugt, was Edgar Neustein zufrieden kommentierte: "Die Roten müssen eben weg!" Dabei unterstützt ihn allerdings die 18-jährige Abiturientin Natalie Kuhn, den Erpelern als Prinzengardistin bestens bekannt, weniger. Sie trinkt am liebsten einen lieblichen Weißwein.

Ob Weiß oder Rot: "Der liebe Gott hat nicht gewollt, dass edler Wein verderben sollt. Drum hat er uns nicht nur die Reben, sondern auch den Durst gegeben", verkündete Nicole strahlend, wenn auch mit einer erkältungsbedingt leicht lädierten Stimme ihren Weinspruch, nachdem ihr Brigitte Schleiden das goldene Diadem aufgesetzt hatte. "Ich freue mich schon wahnsinnig auf das Fest und natürlich besonders auf den tollen Blütencorso", erklärte die Weinkönigin. Die einzige Majestät wird sie im Festzug jedoch nicht sein. "Ich freue mich, Ihnen mit Trudi Lukas auch die Erpeler Weinkönigin des Jahres 1956 vorstellen zu können", erklärte Werner Henneker. Seinen Brauchtumsverein hatte es damals noch nicht gegeben. Der Verkehrsverein entschied auf einem Rheinschiff, wer Erpel repräsentieren sollte. "So schön wie heute war das Weinfest damals bei weitem nicht und einen Blütencorso hat es auch nicht gegeben", erinnerte Trudi Lukas, die nun dieses Manko der Nachkriegsjahre am Sonntag, 17. September, ausgiebig wettmachen kann.

Text und Foto: -DL-

Floristin Nicole regiert als neue Erpeler Weinkönigin